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Eine Spende, die direkt bei den Bedürftigsten ankommt

Von: Kathrin Albrecht
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Kollekten aus den Firmmessen der Firmlinge: Die Jugendlichen übergaben jetzt an Schwester Veronika Stolze (sitzend rechts) eine Spende für die Schervierstube.

Aachen. Für Schwester M. Veronika Stolze SPSF von den Aachener Schervier-Schwestern gab es Anfang Januar ein verspätetes Weihnachtsgeschenk. Die Firmlinge der Gemeinden St. Maria in Hahn und St. Anna in Walheim, die zur Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Kornelimünster/Roetgen gehören, spendeten den Erlös aus der Kollekte ihrer Firmmesse, insgesamt kamen 684,61 Euro zusammen. Den Scheck überreichten die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Gruppenleitern.

Mindestens so wichtig wie die Summe ist aber das grundsätzliche Engagement. In wöchentlichen Sitzungen und zwei Gruppenfahrten haben sich die Jugendlichen auf ihre Firmung Ende November vorbereitet und kamen so auch zu dem Entschluss, die Kollekte für die gute Sache zu spenden. „Wir haben im Vorfeld überlegt, wem wir die Spende zukommen lassen wollen und fanden, dass es hier die Menschen am ehesten erreicht“, erzählt die 16-jährige Inga Hemme aus der Gemeinde St. Anna Walheim. Lena Haller (16) und Julia Mannheims (17) kannten die Einrichtung im Herzen der Stadt bereits, denn Julia hatte hier während ihres Praktikums im Don-Bosco-Haus der Caritas einen Tag lang die Schervier-Stube besucht. Auch sie finden, dass das Geld hier gut angelegt ist.

Das Geld, so Schwester Veronika, werde für den laufenden Betrieb eingesetzt. „Zwar erhalten wir immer wieder großzügige Spenden von ansässigen Unternehmen oder auch von Privatpersonen, die uns Kaffee oder Lebensmittel vorbeibringen“, erzählt sie, „aber vieles muss doch zugekauft werden.“

Beinahe hätte es zum Geld auch noch eine Zugabe gegeben. „Bei den Sternsingeraktionen wird nicht nur Geld gespendet, auch Süßigkeiten oder andere Lebensmittel kommen dabei zusammen“, so Jörg Pohlen, der mit einigen Jugendlichen als Betreuer in den burgundischen Ort Taizé gefahren war. Doch die Sternsinger ziehen in der GdG noch von Haus zu Haus.

Seit Mitte der 1990er-Jahre ist die Franziska-Schervier-Stube im Kloster der Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus, so der volle Ordensname der Schervier-Schwestern, eingerichtet. Das niedrigschwellige Angebot richtet sich an Menschen in Not, wie beispielsweise Menschen ohne festen Wohnsitz, Arbeitslose, Vereinsamte oder Suchtkranke. In der Zeit von 8.15 bis 11.30 Uhr gibt es dort montags bis samstags ein Frühstück oder auch eine Suppe. „80 Menschen nehmen dieses Angebot täglich wahr“, so Schwester Veronika.

Doch die Schwestern helfen nicht nur mit einer Mahlzeit, die Gäste können dort auch duschen und erhalten aus der Kleiderkammer des Klosters frische Wäsche und Kleidung. Menschen ohne festen Wohnsitz können die Schervier-Stube als Postadresse angeben, um für die Behörden erreichbar zu sein. Die Schwestern bieten auch Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen oder Formularen an. Nicht zuletzt finden die Menschen hier ein offenes Ohr, die Schwestern akzeptieren ihre Gäste und ihre Lebensweise, wie sie sind.

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