Eine Schleuse soll des Rätsels Lösung sein

Von: Stephan Mohne
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An dieser Stelle soll das Unmögliche möglich gemacht werden: Eine „Schleuse soll an der Haarener Friedenstraße demnächst Lkw und Kleinlaster über 1,90 Meter Breite stoppen. Alle bisherigen Versuche der letzten 19 Jahre misslangen. Foto: Michael Jaspers

Haaren. Die Quadratur des Kreises, die Erfindung eines Perpetuum Mobile und der Stopp des Lkw-Durchgangsverkehrs zwischen Krefelder Straße und Haaren haben eines gemeinsam: Nach Lage der Dinge scheint alles das unmöglich zu sein.

Und doch: Immer wieder wagen sich kreative Köpfe daran, diese Rätsel doch noch zu knacken - wie jetzt einmal mehr in Sachen Haaren.

Die Verwaltung startet einen neuen Versuch zu schaffen, was seit sage und schreibe 19 Jahren noch niemand geschafft hat. So lange ist es her, dass die Bezirksvertretung beschloss, im Bereich Strangenhäuschen/Hergelsbendenstraße eine „Engstelle” einzurichten.

Sie sollte Lastwagenfahrer daran hindern, diesen „Schleichweg” zwischen Autobahn und Ort zu nutzen. Heute macht die moderne Technik Probleme, denn manches Navigationssystem zeigt den Brummi-Fahrern diese Strecke als kürzeste Verbindung an, obwohl sie für Laster gesperrt ist.

Schilder einfach umgefahren

Der erste Versuch, eine solche Engstelle zu „zimmern”, brachte über etliche Jahre kuriose Szenen mit sich. Das Nadelöhr Nummer eins bestand aus Baken rechts und links sowie einem Schild in der Mitte. Statt an der Stelle zu wenden, fuhren aber viele falsch gefahrene Laster die Schilder einfach um. 2003 dokumentierte die Verwaltung einmal, wie oft das so ging. Ergebnis: Innerhalb eines halben Jahres mussten städtische Mitarbeiter 24 Mal ausrücken, um die Engstelle zu reparieren - was mit reichlich personellem wie finanziellem Aufwand verbunden war. Wobei offenkundig nicht einmal die ganz dicken Brummis die Sünder waren, sondern Kleinlaster mit Breiten knapp über zwei Meter - und nicht selten versuchten sich auch ortskundige Fahrer durch den Engpass zu „quetschen”.

Doch bei der Lösungssuche machte sich zwischenzeitlich Resignation breit. Diskutiert wurde auch über die radikalsten Methoden - entweder die Achse ganz freizugeben oder aber ganz zu schließen. Beides wurde aber verworfen. Stattdessen tauchte urplötzlich eine neu gestaltete Sperre an der Ecke Hergelsbendenstraße/Hergelsmühle auf, die an ein Reitturnierhindernis erinnerte und nun die Anwohner auf die Palme brachte.

Wendemanöver im Vorgarten

Die sind ohnehin leidgeplagt. Viele Lastwagenfahrer setzen zu haarsträubenden Wendemanövern an, wenn sie nicht mehr weiterkommen. Und mancher dieser Versuche endete schon in einem der Vorgärten. Schließlich wurde das Hindernis aus massiven Betonkübeln weiter Richtung Haaren verschoben. Apropos: Verschoben werden selbst diese Hindernisse. Teils sind sie schon zu Bruch gegangen.

Jetzt soll der ganz große Durchbruch doch noch gelingen. Das Nadelöhr soll erneut „wandern”. Diesmal will die Stadt Nägel mit Köpfen machen - in Form einer regelrechten Schleuse. Sie soll nahe der Haarener Feuerwache entstehen, wo die Friedenstraße und die Hergelsbendenstraße aufeinandertreffen. Die vorhandene Mittelinsel soll deutlich größer und die Fahrbahn deutlich schmaler werden - statt rund neun bald nur noch etwa 4,50 Meter in der Breite. Auf der Seite der Feuerwache soll ein „Gegenstück” in Form eines massiven Beton-„Hufeisens” gebaut werden. Passieren dürfen diese Stelle nur Fahrzeuge mit einer Breite bis 1,90 Meter.

Wer dann noch versucht durchzukommen, dürfte Blechschaden erleiden. Problem: Fährt doch ein Lkw bis dorthin, gibt es keine Wendemöglichkeit. Er müsste ein ganzes Stück zurücksetzen. Damit es aber nicht soweit kommt, soll vor allem an der Krefelder Straße und an Strangenhäuschen die Beschilderung viel deutlicher als bisher anzeigen, dass es dort kein Durchkommen gibt.

Mit dieser Lösung soll eine weitere Maßnahme einhergehen. Der Schulweg im Bereich Alt-Haarener-Straße/Friedenstraße soll sicherer gemacht werden. Auch in dieser Hinsicht hatte es schon einige Vorstöße von Bürgern gegeben, die sich an dieser Stelle auch schon als Schulweghelfer betätigten. Die Einmündung Friedenstraße soll nun deutlich eingeengt und der Bürgersteig im Gegenzug deutlich verbreitert werden.

Ein Zebrastreifen soll nun her

Zudem soll es einen Zebrastreifen geben. Für die Autofahrer bedeutet das, dass es statt bisher zwei Spuren nur noch eine zur Alt-Haarener-Straße hin geben wird. Die Umbauten will man sich auch etwas kosten lassen: rund 16.500 Euro für die Schleuse und 36000 Euro für die Schulwegsicherung.

Beraten werden über diese Pläne der Mobilitätsausschuss (22. April, 17 Uhr, Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße) und die Bezirksvertretung Haaren (28. April, 17 Uhr, Vereinshaus Germanusstraße).
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