Eine Realschule kann dem Kronenberg nicht mehr helfen

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Welche Perspektive bleibt der Gemeinschaftshauptschule Kronenberg (GHS)? Mit nur 15 neuen Schülern ist die GHS Kronenberg das Problemkind in der Aachener Schullandschaft.

Denn eigentlich verlangt das Schulgesetz 18 Schüler pro Klasse. Schon im Vorjahr wurde mit 13 Anmeldungen dieser Wert unterschritten, und der Gesetzgeber hat mehr als ein kritisches Auge auf die Entwicklung am Kronenberg geworfen.

Die Schule kämpft um ihre Existenz. Die Rettung soll ein neues Konzept als „Sekundarschule” bringen - einer neuen Mischung aus Haupt- und Realschule, in der die Schüler bis zur Klasse zehn gemeinsam lernen und sich erst dann für einen Abschluss entscheiden müssen.

Doch nun muss diese Rettung mit einem dicken Fragezeichen versehen werden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kronenberg Sekundarschule wird”, sagt SPD-Schulexperte Claus Haase. Entsprechende Signale habe es aus dem Schulministerium gegeben.

Fakt ist, dass die Schule in der nächsten Sitzung des Schulausschusses (5. Mai) ihr Konzept zur Sekundarschule vorstellen wird. Fakt ist aber auch, dass die Schulpolitiker wenig Perspektive sehen. Der Wunsch der GHS Kronenberg, schon nach den Sommerferien als Sekundarschule den Namen „Schule am Dreiländereck” tragen zu können, ist ohnehin schon begraben.

„Bis zum nächsten Schuljahr passiert nichts mehr. Wir sollten aber auch nichts übers Knie brechen. Das geht im Moment alles zu schnell”, sagt Schuldezernent Wolfgang Rombey. Ein Antrag der GHS Kronenberg für die Umwandlung in eine Sekundarschule sei offiziell vom Land auch noch nicht behandelt worden.

Die Einbindung einer Realschule wurde vom Land aber bereits ausgeschlossen, denn über sogenannte Schulverbünde, also Kombinationen verschiedener Schulformen, wurde negativ beschieden. Einen Verbund hatte ein Schulgutachten vorgeschlagen, die GHS Kronenberg hätte mit der Alkuin-Realschule zusammenarbeiten können. Keine Chance. „Eine solche Zusammenlegung ist nicht möglich”, erklärt Rombey.

Diese Absage an Schulverbünde hatte dann auch die Entscheidung von SPD, CDU und Grünen forciert, eine vierte Gesamtschule zu beantragen. „Da gibt es keine anderen Möglichkeiten”, sagt Claus Haase.

Ohne Verbund fehlt es der GHS Kronenberg aber an Schülern. „Es ist ein gutes Konzept, aber es mangelt an Anmeldungen”, sagt Rombey. Die müssen her, und zwar für das Schuljahr 2010/2011, denn dann wird sich die Zukunft der Schule entscheiden.

Bis dahin hat die Landesregierung signalisiert, keine Schulen zu schließen. „Vor den Landtagswahlen wird es keine neuen Einschnitte geben”, glaubt Haase. Die Zeit läuft für die Schule, zumal die CDU in Sachen Hauptschulen erste Vorstellungen geäußert hat.

„Dauerhaft sehen wir, dass wir nur zwei Standorte halten können”, hatte Fraktionschef Harald Baal formuliert. Dabei zählt Aachen aktuell mit den Gemeinschaftshauptschulen Aretzstraße, Burtscheid, Drimborn, Eilendorf, Kronenberg und der katholischen Hauptschule Klaus-Hemmerle-Schule sechs Hauptschulen.

Bleiben ohne die Aretzstraße, die der neuen Gesamtschule letztlich weichen wird, immer noch fünf. Und die GHS Kronenberg ist die mit den schlechtesten Anmeldezahlen.
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