Aachen - Eine liebenswürdige und besondere Persönlichkeit

Eine liebenswürdige und besondere Persönlichkeit

Von: Bernd Mathieu
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Eine große und eine großzügige Persönlichkeit: Der Aachener Unternehmer Waldemar Croon starb im Alter von 96 Jahren.

Aachen. Er war ein Herr alter Schule. Und stets bewegte er sich auf der Höhe der Zeit. Man lernt in seinem Leben nicht viele solcher herausragenden Persönlichkeiten kennen. Jetzt hat er sich nach einem langen Leben für immer verabschiedet: Der Aachener Unternehmer und Textilingenieur Waldemar Croon ist im Alter von 96 Jahren gestorben.

Wir lernten uns vor ungefähr 14 Jahren kennen. Waldemar Croon suchte damals eine geeignete Möglichkeit, einen beachtlichen Teil seines Vermögens in eine Stiftung zugunsten sozialer Zwecke zu investieren. Unkonventionell, pragmatisch und zielorientiert, wie er sein konnte und war, rief er unser regionales Hilfswerk „Menschen helfen Menschen e.V.“ an, vereinbarte einen Termin, um den Vorstand und die Arbeitsweise unseres Vereins kennenzulernen, um sich danach zu entscheiden: für „Menschen helfen Menschen“.

Einzigartiges Geschenk

Seit 1999 gibt es die Stiftung Waldemar und Irene Croon. Und über die Jahre entwickelte sich mit Waldemar Croon eine sehr innige, sehr aufmerksame, sehr vertrauensvolle, ja fast freundschaftliche Verbindung, die man nur als einzigartiges Geschenk, nicht primär im finanziellen, sondern vor allem im menschlichen Bereich empfinden muss, was ich als Vorsitzender von „Menschen helfen Menschen“ und als langjähriger Gesprächspartner von Waldemar Croon dankbar tue. Die Gedanken an die Begegnungen mit diesem so engagierten und einfühlsamen Herrn sind von großer Wärme und Sympathie geprägt.

Waldemar Croon wurde am 18. Mai 1916 in Aachen geboren. Seine Vorfahren, so berichtete er nicht ohne Familienstolz, waren in der niederländischen Provinz Limburg ansässig und siedelten im 18. Jahrhundert nach Aachen über. Hier wurden sie kaufmännisch und industriell aktiv. Waldemar Croon besuchte nach dem Abschluss des Realgymnasiums die höhere Fachschule für die Textilindustrie und wurde dort zum Textilingenieur ausgebildet.

In der 1862 gegründeten Tuchfabrik G.H. & J. Croon arbeitete er bis 1968 als geschäftsführendes Familienmitglied. Danach folgte eine Tätigkeit als selbstständiger Kaufmann. Er engagierte sich als Beirats- und Aufsichtsratsmitglied in anderen Unternehmen.

Sein Rat, sein profundes Wissen, seine kaufmännischen Kenntnisse waren auch im ehrenamtlichen Bereich von hohem Wert. Von 1952 bis 2002, also ein halbes Jahrhundert, gehörte Waldemar Croon dem Vorstand des Luisenhospitals Aachen an und war dort als stellvertretender Vorstandsvorsitzender eine wesentliche Säule der erfolgreichen Entwicklung dieses wichtigen Aachener Krankenhauses. Die Familie Croon gehört zum Gründerkreis des Luisenhospitals im Jahr 1867. Er erinnerte mich an Wilhelm von Humboldts Wort, „in sich selbst so viel Welt als möglich zu ergreifen“. Das hatte mit Verantwortung und Disziplin zu tun.

Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland zeichnete ihn 1981 mit dem Kronenkreuz in Gold aus. 2002 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Sein großes Herzensanliegen war ihm seit 1999 die von ihm gegründete Stiftung Waldemar und Irene Croon. Seine Frau Irene von Wedekind starb leider sehr früh 1982 im Alter von nur 60 Jahren.

Schöne Erinnerungen

Er wollte nicht, dass zu seinen Lebzeiten über seine außergewöhnlich großzügige Stiftung auch nur eine Silbe berichtet wurde. Gleichwohl gab er seine Genehmigung, es nach seinem Tod zu tun. Heute ist dieser Tag gekommen, den wir noch gerne hinausgezögert hätten. Waldemar Croon ist in Frieden gegangen, wie ich aus unserem letzten Telefonat weiß.

Wir sind traurig über seinen Tod, und wir denken gleichzeitig mit vielen schönen Erinnerungen dankbar an diesen großen Freund unseres Hilfswerks zurück. Unser Mitgefühl gilt seinem Sohn Adrian und allen, die mit Waldemar Croon befreundet waren und ihn schätzten.

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