Aachen - Eine Kneipe geschlossen, 59 Fälle für die Polizei

Eine Kneipe geschlossen, 59 Fälle für die Polizei

Von: Matthias Hinrichs
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Die 112 war – ebenso wie der Polizeinotruf – beim Wiverfastelovvend zum Glück nicht übermäßig gefragt: Die närrischen Horden blieben weitgehend friedlich, bilanzierte die Polizei gestern. Foto: Harald Krömer

Aachen. Nicht immer war an diesem denkwürdigen Donnerstag wohl ersichtlich: Lag‘s an Thomas, dem „fetten“ Orkan – oder eben doch am einen oder anderen geistigen Getränk zu viel? Schwankende Gestalten jedenfalls prägten die Szenerien zum Start in die heiße Phase des närrischen Treibens an vielen Ecken der Stadt – und brachten Ordnungshüter und Feuerwehrleute nicht selten mächtig auf Trab.

Dennoch: „Im Großen und Ganzen ist die Zahl der Einsätze vergleichsweise überschaubar geblieben“, bilanzierte Polizeisprecher Paul Kemen Freitagvormittag. Auch wenn umgestürzte Bäume oder Bauzäune ihren Teil dazu beitrugen, dass die Telefonleitungen in den Leitstellen mitunter heftig strapaziert wurden.

Videokamera bewährt sich

Exakt 59 Mal rückten die Streifenwagen im Stadtgebiet aus, um Randalierer zur Raison zu bringen, bei handfesten Auseinandersetzungen zu schlichten oder auch Gefahrenstellen aufgrund des Sturms zu sichern. In immerhin sieben Fällen mussten die Uniformierten wegen Körperverletzungen einschreiten. Am Katschhof attackierte ein Wüterich gegen 17 Uhr einen Mann und verletzte ihn leicht. Er erhielt eine Anzeige. Schlägereien gab es zudem gegen 14.30 Uhr und gegen 17.30 Uhr am Elisenbrunnen.

Zweimal musste das Auge des Gesetzes den Bushof-Bereich ins Visier nehmen – nicht zuletzt über die dort installierten Überwachungskameras. Gegen 14.45 Uhr rief eine Schlägerei die Ordnungshüter auf den Plan. Um 17.30 Uhr wurde ein Mann festgenommen, der vor einem Wettbüro an der Peterstraße beim Verkauf von Drogen beobachtet worden war. Einen Leichtverletzten gab es bei einer Prügelei gegen 15.30 Uhr vor einer Kneipe am Hof. Gegen 18.40 Uhr gerieten sich mehrere Zeitgenossen in den Kurpark-Terrassen in die Haare – die Polizei konnte Schlimmeres verhindern.

Allerdings verzeichneten neben den Gaststätten auch die Ausnüchterungszellen im Präsidium zeitweise „einen hohen Besucheransturm“, so Kemen. Bis zu 30 Personen – Randalierer und Betrunkene unter „zeitweiligem Verlust der Muttersprache“ (Kemen) – bezogen zwangsläufig Zwischenquartier an der Hubert-Wienen-Straße.

Ausgesperrt wurden unterdessen Besucher einer Kneipe in der Innenstadt, die das Ordnungsamt mit Unterstützung der Polizei am Abend schließen musste – auch der Wirt hatte dort allzu tief ins Glas geschaut, seine Gäste lieferten sich derweil eine üble Schlägerei. Dennoch resümierte auch Ron-Roger Breuer, Einsatzleiter beim städtischen Sicherheits- und Ordnungsdienst: „Insgesamt haben die Jecken zwar im doppelten Sinne ,stürmisch‘, aber ohne größere Vorkommnisse gefeiert.“ Allerdings waren auch die Notärzte bisweilen gefragt, weil schwer berauschte Jecke behandelt werden mussten.

Partyzelte bleiben standhaft

Aus den großen Festzelten hinterm Rathaus, im Gewerbepark Brand und in Richterich mussten die Ordnungshüter zumindest die große Masse der friedlich Schwofenden zu keiner Zeit verbannen. Regelmäßige Windmessungen zeigten, dass Sturmtief Thomas zumindest dort nicht über die amtlich gesetzten Stränge schlug.

Stattdessen tobte der Orkan vor allem im Südraum besonders heftig. An der Schleidener Straße in Friesenrath stürzte ein Baum auf die Fahrbahn. Er wurde kurz nach 17.30 Uhr von der Feuerwehr zersägt und beseitigt. Eine knappe Stunde später konnte die Komplettsperrung für den Verkehr wieder aufgehoben werden, berichtete Lagedienstführer Joachim Gronsfeld. Auch die Raerener Straße war wegen umgestürzter Bäume eine Zeitlang voll gesperrt. Bis zum frühen Freitagmorgen rückten die Einsatzkräfte 39 Mal wegen Sturmschäden aus. Bei einigen geparkten Autos kam es zu Blechschäden. Verletzt wurde niemand.

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