Eine Kirche mit einer „wahnsinnigen Geschichte“

Von: Günther Sander
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Ein echtes Familienfest zum großen Jubiläum: In Laurensberg wurde das 100. Kirchweihfest der Pfarrkirche St. Laurentius gefeiert. Es gab spannende Vorträge und Angebote für Jung und Alt. Foto: Kurt Bauer

Laurensberg. Die Weihe des Kirchbaus St. Laurentius, vor 100 Jahren vollzogen, war am Wochenende im Rahmen des Kirchweihfestes „Anno 1913“ auch ein mahnendes Fest, wie es in weiteren 100 Jahren aussehen könnte oder aussehen werde. Gemeindereferent Wolfgang Oellers sagte gegenüber unserer Zeitung: „Die Gemeinde braucht lebendiges Feiern.“

So beging die Gemeinde mit Blick auf die Kirche dieses große Ereignis. Das Kirchweihfest sei eine andere Art des Feierns, nicht mit den jährlichen Pfarrfesten zu vergleichen, so Oellers. „Es ist eben ein Jubiläum.“

Anders als sonst ging es am Samstag nach dem Gottesdienst zu, als Lydia Konnegen in ausführlichen Worten die Baugeschichte von St. Laurentius umriss und den Erbauer, Professor Josef Buchkremer, in Erinnerung brachte.

Anders war auch am Sonntag das gemeinsame Frühstück im Laurentiushaus, bei dem es lebendig zuging, Jung und Alt Kontakte knüpften und Gespräche suchten – eine „Premiere“, wie Oellers meinte. Mit selbstgebackenem Brot, hausgemachter Marmelade sowie regionalen Wurst- und Käsespezialitäten und fair gehandelten Produkten fand eine Einstimmung auf den Familiengottesdienst und auf die Unterhaltung am Nachmittag statt.

Das Kirchweihfest biete eine bunte Mischung, so Wolfgang Oellers. Viele Helfer seien engagiert bereit gewesen, die nötigen Vorbereitungen mit in Angriff zu nehmen – seien es die Führungen, die Ausstellungen in der Kirche und der Bücherinsel. Ein historisches Kinderkarussell erfreute die Kleinen, gefragt waren auch Planwagenfahrten und Stummfilme.

„Im Mittelpunkt aber steht unsere Pfarrkirche“, so Wolfgang Oellers weiter, denn die habe eine „wahnsinnige Geschichte“ vorzuweisen. Obwohl St. Laurentius über eine 1100-jährige Geschichte verfüge, wurde die „neue Kirche“ erst 1913 eingeweiht. Nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen Architekten, Kirchenvorstand und Kölner Generalvikariat, ob das neue Gotteshaus im Stil des Barock, Rokkoko oder der Gotik errichtet werden solle, habe man sich auf den heute noch erkennbaren Kompromiss geeinigt, sagt Oellers stolz.

1975 zerstörte ein Brand die Kirche, sie musste geschlossen werden. Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat beschlossen, bei der Neugestaltung des Innenraumes dem Liturgieverständnis des zweiten Vatikanischen Konzils Rechnung zu tragen.

Die alte Orgelbühne wurde entfernt, ebenso die Bänke und die neubarocken Altäre aus den 1930er Jahren. 1976, im Frühjahr, war die Neugestaltung der Kirche abgeschlossen. Die Neugestaltung, so Gemeindereferent Wolfgang Oellers, sei ein „Glücksfall“ gewesen.

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