Eine Inklusionsagentur für alle Menschen

Von: Julia Esser
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„Wir alle... und jeder wie er will“: Rebecca Dufke, Birgit Nievelstein, Maike Beckers, Gerd Voigt hoffen, mit dem neuen Projekt und der Inklusionsagentur an der Vaalser Straße viele Menschen erreichen zu können. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Von Integration zu Inklusion – nach und nach findet ein Umschwung in der Gesellschaft statt: Um diesen vorantreiben zu können, ist es wichtig, dass man ein richtiges Selbstverständnis hat, und das betrifft sowohl Menschen mit als auch ohne Behinderung.

Doch das ist ein längerer Weg, weshalb der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte (VKM) Aachen und die Alexianer Aachen GmbH Träger des von der „Aktion Mensch“ geförderten Inklusionsprojektes „Wir alle ... und jeder wie er will“ sind.

2015 wurde das Vorgängerprojekt „Wir alle – Gemeinsam leben in der Städteregion Aachen“ beendet, bei dem sechs Träger der Behindertenhilfe aus Stadt und Region sich zusammengeschlossen hatten, um Barrieren abzubauen. Dabei machten die Organisatoren allerdings die Erfahrung, dass die Angebote oftmals nicht wahrgenommen wurden. „Wir mussten erstmal einen Schritt zurückgehen und uns fragen: Was wollen Menschen mit Behinderung?“, stellt der VKM-Geschäftsführer Gerd Voigt fest. Denn oftmals werde über sie einfach nur fremdbestimmt.

So wurde aus den Erfahrungen des vorherigen Projekts das nächste eigenständige Projekt mit neuer Zielsetzung konzipiert. Ein Zentrales Element ist die Gründung der „Wir alle“-Inklusionsagentur für die Städteregion Aachen.

Diese wendet sich an drei Zielgruppen: an Menschen mit Behinderung, alle Personen aus dem unmittelbaren Umkreis und im sozialen Raum, wie etwa Gastronomen, Dienstleister oder Einzelhändler, und an die breite Öffentlichkeit, die für die Interessen der Menschen mit Behinderung sensibilisiert werden soll. Die Agentur hat ihren Sitz im Aachener Westviertel an der Vaalser Straße 40.

Ihre Aufgabe ist es, dabei zu helfen, dass sich die Behinderten zusammen mit den anderen Akteuren den sozialen Raum erschließen. Die Menschen müssen weg von eben jener Fremdbestimmung, sodass die Betroffenen endlich lernen, selbst entscheiden zu können und zu dürfen, hoffen die Initiatoren. „In der Biografie dieser Menschen ist dies oft ganz neu“, so Projektkoordinatorin Rebecca Dufke. Die Inklusionsagentur dient deswegen als Beratungs- und Informationsstelle, sie bietet aber auch Öffentlichkeitsarbeit, Workshops und Kurse an.

So wird es zum Beispiel einen WhatsApp-Kurs geben, bei dem man lernen kann, wie man mit dieser App umgeht. „Viele der Behinderten können zum Beispiel nicht schreiben, da ist es ein Riesenvorteil, wenn sie über diese App Sprachnachrichten schicken können, um im Kontakt zu bleiben. Doch dazu müssen sie erst einmal wissen, wie das geht“, betont Dufke. Auch hier zählt der inklusive Gedanke: Denn die Kurse wenden sich an alle, die diese Themen interessieren – mit und ohne Behinderung. Besonders ist, dass auch die Behinderten zu Dozenten werden und ihr eigenes Wissen weitergeben können, wenn sie sich für einen Bereich besonders interessieren.

Die Förderung von „Wir alle... und jeder wie er will“ durch die „Aktion Mensch“ hat am 15. Februar begonnen. Die Fördersumme für einen Zeitraum von drei Jahren liegt bei insgesamt 240.000 Euro.

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