„Eine ganz große Sache“: Valentinskapelle soll bald wieder stehen

Von: Günther Sander
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Bringen das Projekt Valentinskapelle mit Begeisterung auf den Weg: Franz-Josef Heuser, Astrid Urgatz und Helmut Vondenhoff brüten über den (Finanzierungs-)Plänen. Foto: Günther Sander

Haaren. Im „Heimatforum“ in der Welschen Mühle rauchen regelrecht die Köpfe. Selbige stecken Helmut Vondenhoff, Vorsitzender des Heimatvereins Haaren und Verlautenheide, Franz-Josef Heuser, Geschäftsführer des Heimatvereins, und Astrid Urgatz, Architektin und Stadtplanerin, dicht zusammen.

Der Verein hat eine große Aufgabe ins Visier genommen: den Wiederaufbau der 1944 durch Artilleriebeschuss vollständig zerstörten Valentinskapelle. „Vom Umfang her ist das für uns eine ganz große Sache“, weiß Heuser. Josef Stollenwerk, der 2014 starb, habe alle auf den Geschmack gebracht, ein Stück Heimatgeschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die Kapelle stand an der Westseite der Wurm, fast am Bachufer, auf der nördlichen Seite der Jülicher Straße (früher Kölnsteinweg), sie war dem heiligen Valentin geweiht. Auf Aachener Gebiet errichtet, habe sie zur Pfarre St. Germanus zu Haaren gehört, wurde von dieser genutzt, war jedoch Eigentum der Gemeinde Haaren. „Es war ein schlichtes, hauptsächlich in Ziegelmauerwerk ausgeführtes Gebäude mit einer Grundstücksgröße von etwa 4,50 mal 6,50 Metern“, sagt Franz-Josef Heuser. Auf dem schiefergedeckten Walmdach befand sich ein Türmchen mit Glocke. „Diese Kapelle gehörte zum Haarener Gasthaus, einer wohltätigen Einrichtung, die jahrhundertelang lang in Haaren bestanden hatte“, ergänzt Helmut Vondenhoff. 1725 habe der damalige Pfarrer sie abreißen lassen, und eine neue wurde errichtet.

Der Heimatverein sei vor einigen Jahren von Josef Stollenwerk angesprochen und mit der Idee konfrontiert worden, die Kapelle wieder aufzubauen. „Wir waren begeistert“, so Heuser, denn Stollenwerk wollte das Projekt aus seinem Privatvermögen finanzieren. Einzige Gegenleistung: Der Heimatverein möge bei Gesprächen mit Politik und Verwaltung helfen. Doch nach Stollenwerks Tod vor knapp zwei Jahren standen Mittel nicht mehr zur Verfügung. „Wir haben uns aber entschieden, die Sache weiter zu verfolgen“, berichtet Heuser.

In Gesprächen und Ortsterminen sei es dem Verein gelungen, den Bau der Valentinskapelle in das integrierte Handlungskonzept für Haaren aufnehmen zu lassen. Jetzt gehe es darum, das Projekt zu verwirklichen und die materiellen Voraussetzungen zu schaffen. Unterstützung sagten bereits die Haarener Firmen Bedachungen Ralf Faymonville und Holzbau Starmanns zu. „Sie wollen unentgeltlich arbeiten“, sagt Vondenhoff freudig. „Aber wir suchen noch weitere Firmen, die ebenfalls unentgeltlich arbeiten möchten.“

Mehrere Kapellen seien gefunden worden, die als Muster in Frage kämen. „Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen“, hieß es. Der Standort sollte wieder am Ortseingang sein. Vondenhoff, Heuser und Urgatz rufen dazu auf, dem Heimatverein Anregungen und Idee zur Verwirklichung zukommen zu lassen. Gerade, was die Architektur angehe, sei man an guten Vorschlägen interessiert.

Astrid Urgatz kann sich vorstellen, Studenten der FH Aachen mit dieser Aufgabe zu beschäftigen.„Wenn wir konkrete Pläne in Händen haben, wollen wir damit bei der Stadtverwaltung vorstellig werden“, betont Vondenhoff. Und Heuser geht noch ein Stück weiter: „Unsere Idee steht, wir ziehen das Ding durch. Sobald die finanziellen Mittel vorhanden sind, werden wir loslegen.“ Ein genauer Kostenpunkt liege noch nicht fest. Fest aber steht, dass der Heimatverein sich über Sponsoren und Anregungen freuen würde.

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