Eine faire Printe für die „Fairtrade Town“

Von: Laura Kingston
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Aachen. Beim Fußball wird oft über mangelnde Fairness gemeckert. Der Schiri ist gefragt, er bestraft die Unfairen. Das öffentliche Interesse ist riesig. Was wirklich nicht fair ist?

Dass in den Entwicklungs- und Schwellenländern tausende Arbeiter ausgebeutet werden, damit auch die Menschen in Deutschland günstigen Kaffee trinken und billige Jeans tragen und eben mit neuen Fußbällen kicken können. Doch das scheint nicht allzu Viele zu interessieren.

Gegen diese Art von Ungerechtigkeit wappnet sich die Stadt Aachen seit zwei Jahren. Am 26. September 2011 ist sie als eine von Deutschlands 184 „Fairtrade Towns“ ausgezeichnet worden. Nächsten Donnerstag steht der zweite Geburtstag und die Verlängerung des Titels an. Dr. Mona Pursey, Koordinatorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit im „Eine Welt Forum“, und ihre Mitstreiter ziehen eine faire Bilanz.

Doch was bedeutet „Fairtrade“? „Fairtrade“, fairer Handel, ist eine Strategie zur Armutsbekämpfung in südamerikanischen, asiatischen und afrikanischen Entwicklungsländern. Hinter dem Siegel verbirgt sich eine verbindliche Prämie, die direkt an Produzenten fließt. Über die können über sie frei verfügen. So ist ihnen ein Grundeinkommen unabhängig von den schwankenden Rohstoffpreisen am Weltmarkt gesichert.

„Wir bezahlen als Handelspartner einen angemessenen fairen Preis. So können wir Produzenten fördern und stabilisieren,“ erläutert Fritz Bock, Geschäftsführer des Weltladens Aachen.

Auch er hat seinen Beitrag zur „Fairtrade Town“ geleistet. In seinem Laden verkauft er über 1500 fair gehandelte Produkte – darunter 35 verschiedene Kaffeesorten. Beschränkte Auswahl und mangelnde Qualität seien längst Geschichte, was auch Norbert Dreßer, Justiziar des Hilfswerks Misereor findet. „Das Image des Schlabberlooks, das Fairtrade hatte, gibt es heute nicht mehr.“

Misereor sei durch „ideelle und finanzielle Mitförderung“ schon immer mit „Fairtrade“ verbunden gewesen. Die Geschichte des fairen Handels habe sehr viel mit Aachen zu tun, erklärt Dreßen. Den Anfang habe ein fair gehandelter Indio-Kaffee vor 40 Jahren gemacht, der über Misereor nach Deutschland importiert worden sei.

Heute bedeutet „Fairtrade“ noch viel mehr. Durch die Kampagne haben Pursey, Bock und Dreßen mit Manfred Piana vom Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Aachen-Düren-Köln für die Teilnahme von Geschäften, Gastronomiebetrieben und Lebensmittelläden gekämpft. Ergebnis: Über 40 Teilnehmer zählt die Kampagne. Von fairen Printen über faire Blumen bis hin zu fair gehandelten Teppichen – das Label für den fairen Handel klebt auf vielen Aachener Produkten.

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