Eine Boutique für den schmalen Geldbeutel

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Freuen sich über die neuen Möglichkeiten im „café4you“: ein Teil der Ehrenamtlerinnen und Gästen - sogar Karnevalskostüme gibt es. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Zeiten der Wendeltreppe sind vorbei. Niemand muss sich mehr die steilen Stufen im Gemeindezentrum St. Philipp Neri im Stadtteil Kullen herunterquälen, um zum Kleiderladen des „café4you“ zu kommen. Zwei ehemalige Abstellräume in Parterre fungieren jetzt als neue, lichtdurchflutete „Boutique für den schmalen Geldbeutel“.

Vor sechseinhalb Jahren wurde das „café4you“ im Gemeindezentrum eröffnet. In der ökumenischen Initiative „Netzanschluss“ für Alleinerziehende, die ihre Heimat ebenfalls in St. Philipp Neri hat, wurden immer auch wieder Kleiderspenden abgegeben.

„Erst war es ein Schrank, dann Regale, schließlich ein eigener Raum“, erzählt Ulrike Overs von „Netzanschluss“ von den Anfängen. „Schließlich hatte Heidi Baumsteiger vom Caritasverband die Idee, ein soziales Kleiderlädchen einzurichten, mit Café als Anlaufstelle, um Menschen aus der Isolation zu holen.“ Vier Stunden öffnet das „café4you“ jede Woche seine Pforten, 30 bis 40 Besucher kommen regelmäßig.

Menschen erreichen – das funktioniert jetzt besser denn je: Barrierefreiheit, Stöbern bei Tageslicht, quasi automatischer Besuch des Cafés auf dem Weg zur „Boutique“ sind die neuen Eigenschaften der sozialen Einrichtungen. Und die kommen sowohl bei den Besuchern, als auch bei den Ehrenamtlichen, die für Ordnung, Atmosphäre und manchmal sogar für die Kinderbetreuung während einer Anprobe sorgen, gut an.

„Der Umzug hat unseren Kleiderladen extrem aufgewertet“, findet Christina Menze, wodurch nicht nur die Kunden mehr Wertschätzung erfahren, sondern eben auch das Team der Ehrenamtlichen, zum dem Menze gehört.

20 Frauen kümmern sich um das ganze Drumherum, das am „café4you“ hängt: Annahme und Aussortieren der gespendeten Kleidung, attraktive Präsentation von allem, angefangen bei Hosen über Taschen bis zum Kommunionskleid oder Karnevalskostüm, Kaffee, Plätzchen und Atmosphäre im Café, Smalltalk oder intensives Gespräch ganz nach Bedarf.

„Einfach mal quatschen“

„Wir sind offen für alle Nationen und Kulturen und pflegen eine wertschätzende Willkommenskultur. Für manchen ist das ‚café4you‘ zum festen Treffpunkt geworden“, freut sich die Ehrenamtliche Beate Graaf. Und manch eine Sorge konnte durch die Vermittlung in Beratungsangebote zumindest gemildert werden.

Über das Angebot von gut erhaltener Second-Hand-Kleidung hinaus schätzt auch Gabi Müller das „café4you“: „Hier kann man einfach mal anders quatschen“, findet die regelmäßige Besucherin. Und wenn dann auch noch ein T-Shirt für den Sohnemann abfällt, umso besser.

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