Aachen - Eine Birma-Reise hat ein ganzen Leben verändert

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Eine Birma-Reise hat ein ganzen Leben verändert

Von: Julia Gröbbels
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Suchen Unterstützer: Brigitte und Gerd Ransoné engagieren sich seit Jahren aufopferungsvoll für hilfsbedürftige Menschen in Birma. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Im Jahr 1985 reiste Brigitte Ransoné zum ersten Mal nach Birma. Seither haben das Land und seine Einwohner sie nicht mehr los gelassen. „Am meisten beeindruckt haben mich die friedvolle Einstellung und der Humor der Menschen dort, der unserem gar nicht so fremd ist“, sagt sie.

Das liege wohl unter anderem an der langen Besatzung des Landes durch die Briten. Dennoch sei Birma seit jeher ein sehr armes Land. „Damals reiste ich von Thailand nach Birma. Das war schon ein ziemlich großer Kulturschock, da es ein sehr archaisches Land war, in dem es kaum befestigte Straßen, keine Stromversorgung und ein äußerst marodes Bildungssystem gab“, so Ransoné.

Damals durften jährlich maximal 10.000 Menschen in das Land einreisen, denn seit den 1960er Jahren herrscht in Birma eine Militärdiktatur. Trauriger Tiefpunkt waren Studentenproteste im Jahr 1988, bei denen 3000 Studenten getötet wurden. Danach wurde ein vierjähriges Einreiseverbot verhängt.

Seither habe sich nicht viel verändert, so Gerd Ransoné. „Das Militär ist immer noch überall präsent. Und wenn behauptet wird, das Land sei auf einem ‚demokratischen Weg’, dann ist das schlichtweg falsch“, sagt er. Mit seiner Frau ist er schon etwa 20 Mal nach Birma gereist. Schon damals hat das Ehepaar hilfsbedürftige Menschen in Birma mit privaten Mitteln unterstützt, wo es nur ging. „Uns ist es jedoch sehr wichtig, dass die Menschen dort mit unserer Unterstützung schon nach kurzer Zeit auf eigenen Beinen stehen können und nicht von uns abhängig bleiben“, sagt Brigitte Ransoné.

So reiste das Paar zahlreiche Male mit Medikamenten, Zahnarztbesteck, Brillen, Schreibmaterial und Kuscheltieren im Gepäck nach Birma. Ernsthaft gehindert habe sie in Birma niemand, auch Schmiergeld habe man von ihnen nie verlangt. „Ab und zu steckten uns Freunde auch ein bisschen Geld für unsere Reisen zu“, erinnert sie sich. 2007 habe man sich aber entschieden, den „Förderkreis Birma“ als Verein eintragen zu lassen.

„So bestand die Möglichkeit Spendenquittungen auszustellen, was den Spendern wiederum die Möglichkeit geben sollte, die Spenden steuerlich geltend zu machen“, erklärt Brigitte Ransoné. Investiert hat das Paar seither in zahlreiche Projekte: vom Bau eines Waisenhauses über den Bau einer Reismühle, eines Brunnens, einer Stahlbetonbrücke und eines Kleinkraftwerks (auf Basis von Reismühlenabfällen) bis hin zur Vergabe von Mikrokrediten zur Existenzgründung. Das Spektrum ihres Engagements ist breit gefächert.

Kaum Verwaltungskosten

„Die Frauen dort sind bei der Existenzgründung besonders talentiert; sie haben es geschafft, mit nur zwei Schweinen eine Zucht aufzubauen“, freut sich Brigitte Ransoné. Ein weiteres Projekt, das beiden sehr am Herzen liegt, ist die Förderung von begabten Abiturienten. So finanzierten sie in den letzten Jahren etwa zwölf jungen Frauen und Männern das Studium. Und ihr Engagement trägt bereits Früchte.

Eine ihrer ehemaligen Studentinnen ist jetzt Ärztin in einer Privatklinik und verdient in anderthalb Jahren so viel wie das ganze Studium gekostet hat. „Mit diesem Geld kann sie jetzt ihre Familie unterstützen und ihrer Schwester ebenfalls ein Medizinstudium finanzieren“, erzählt Brigitte Ransoné. Die Nachhaltigkeit sei es, die ihr Engagement vom Engagement vieler größerer Organisationen unterscheide.

„Zudem geben wir nur 0,5 Prozent unserer Spendeneinnahmen für die Verwaltung aus, während diese Summe bei größeren Hilfsorganisationen bei 20 bis 30 Prozent liegt“, so Ransoné. Beim Förderkreis Birma könne man sicher sein, dass das Geld auch wirklich da ankommt, wo es ankommen soll.

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