Eine Besucherin, die 30.000 Euro mitbringt

Von: Valerie Barsig
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Ministerin zu Besuch: Ute Schäfer, NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, blickte im Das Da Theater mit dem Landtagsabgeordneten Karl Schultheis und Theaterleiter Tom Hirtz hinter die Kulissen – und hatte 30000 Euro Fördermittel im Gepäck. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Hair war eines der ersten Musicals, die ich auf der Bühne gesehen habe“, erzählt Ute Schäfer (SPD), NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Bei ihrem Besuch im Das Da Theater wippt sie zum Lied „Aquarius“ aus dem 60er-Musical „Hair“ begeistert mit. Nicht nur den Proben zur Inszenierung „Träume aus Licht - Klappe, die Zweite“ darf sie beiwohnen, sie bekommt Einblick hinter die Kulissen des ganzen Theaters.

Tom Hirtz, Leiter des Hauses präsentiert seine Mitarbeiter und Räume „in live und Farbe“, wie er selbst ankündigt. Nach seiner Einladung in den Düsseldorfer Landtag steht heute der Gegenbesuch der Ministerin an: „Von der Präsentation des Theaters im Landtag war ich beeindruckt“, erklärt Ministerin Schäfer. „Wenn Kinder- und Jugendtheater so gut auf eigenen Füßen stehen kann wie beim Das Da Theater, dann soll das auch vom Land unterstützt werden.“ 30 000 Euro Förderung hat sie im Gepäck, die ausschließlich dem Personal des Theaters zu Gute kommen soll. „Wir wollen erreichen, dass unsere Mitarbeiter von ihrer Schauspielerei leben können und angemessen bezahlt werden für das, was sie hier im Theater leisten“, sagt Tom Hirtz. Dazu gehört neben der Schauspielerei auch die Arbeit rund um das Stück: Bühnenaufbau, singen, tanzen und natürlich die Besuche in Schulen und Kindergärten. Arbeitsbeginn ist da auch schon mal um sieben Uhr morgens. Viel ist zu tun: „Das Auto muss eingeladen werden, es geht auf den Weg zur Schule, dort muss dann die Bühne aufgebaut werden und eine, manchmal zwei Vorstellungen gegeben werden“, berichtet Hirtz. Wenn alles wieder abgebaut und eingeladen ist, ist es Mittag. Abends folgen dann die regulären Vorstellungen im Theater.

Verwaltung, Werkstätten und Bühnen, Tom Hirtz führt Ute Schäfer durch sein ganzes Reich, und die Ministerin zeigt sich beeindruckt: „Kulturelle Bildung ist für uns essenziell. Schule muss auch fürs Leben bilden. Und genau das setzt das Das Da Theater effizient um, das ist absolut zu unterstützen“, so Schäfer.

Froh sei sie, auch einmal hinter die Kulissen eines kleinen Theaters zu blicken. „In größere Häuser kommt man eher mal“, sagt sie. So viel finde hinter der Bühne statt, oftmals werde das vom Publikum unterschätzt. Gespannt beugt sie sich über die Zeichnungen des Bühnenbildners: „Per Hand werden die Figuren gezeichnet?“, ist sie fasziniert. „Ich finde es spannend, dass viele der Figuren, die hier auf Papier zu sehen sind, ja gar nicht das Licht der Bühne erblicken. Man kann genau verfolgen, wie die letztliche Figur entsteht.“ Im Schneideratelier werden Zeichnungen dann plastischer: Auf Schneiderpuppen ist zu sehen, was aus den Bildern wird; fast alle Kostüme werden vor Ort hergestellt, genauso wie das Bühnenbild. 2000 Meter Dachlatten wurden beispielsweise für die Kulisse zu „Der gute Tod“ zu einem Netz aus Holz verbaut.

Rund 125 Schulen und über 170 Kitas gehören zur Klientel des Das Da Theaters. „Seit es die Bildungszugabe der Städteregion gibt, ist die Anfrage nach Besuchen noch größer geworden“, berichtet Tom Hirtz. So erreiche man noch mehr von den Kindern, deren Eltern sich Theaterbesuche eigentlich nicht leisten können.

„Laut Hirnforschung ist es wesentlich, dass in der Schule Sport, Theater und Handarbeit unterrichtet werden. So werden Kindern Erfolgserlebnisse vermittelt, die für ihre weitere Entwicklung wichtig sind“, weiß Ministerin Schäfer.

Ähnliches wünscht sie sich auch für Deutschland: „In englischen Schulen wird Drama als Fach unterrichtet, hier ist das gar nicht verbreitet.“ Kulturelle Bildung dürfe im Alltag von Kindern nicht fehlen und sei ihr ein persönliches Anliegen, so Schäfer. „Hier im Das Da Theater kann man nur ein Kompliment an alle aussprechen.“

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