Aachen - „Eine Banane für Mathe“: Viel Applaus für Dokumentarfilm

„Eine Banane für Mathe“: Viel Applaus für Dokumentarfilm

Von: Ricarda Timm
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Aachen. Nach sechsmonatiger Zusammenarbeit stehen nach der Premiere alle gemeinsam auf der Bühne: die Produzenten, Schauspieler und alle Beteiligten des Dokumentarfilms „Eine Banane für Mathe“. Jeder Einzelne nennt seinen Namen – und bekommt Szenenapplaus.

Das Publikum feiert seine Filmhelden in der Aula der RWTH am Templergraben wie die ganz Großen.

Der Dokumentarfilm ist die Fortsetzung von „Wie geht Deutschland?“. Er zeigt was aus den sogenannten „minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen“ geworden ist, die vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind.

Da ist Youssef, der in seiner Lehre zum Elektriker der Fleißigste und ziemlich beliebt ist. Da ist Kemoko, der Hand in Hand mit seinen Kollegen zum Programmierer wird und die deutsche Sprache dabei immer weniger als Hindernis sieht. Da ist Mamin, der schon als „Klassenbester“ Schlagzeilen gemacht hat. Und da ist Nardos, eines der wenigen Mädchen, das sich mit Mathe herumschlägt. Sie zeigen ihre „bemerkenswerte Normalität“, wie es Susanne Schwier, Kulturdezernentin der Stadt Aachen, in ihren Eröffnungsworten nennt.

Wie in ihrem ersten Projekt haben sie im Film szenisch gezeigt, wie ihr Leben in Deutschland aussieht: Was sie täglich dazu lernen, zum Beispiel, dass „Minus mal minus immer plus ergibt“ oder dass die Begriffe Karotte und Möhre ein und dasselbe Gemüse meinen. Und in welcher Hinsicht sie vielleicht schon „deutscher“ als „die Deutschen“ geworden sind.

„Der Bus ist schon drei Minuten zu spät!“, fluchen Kemoko und Youssef früh morgens mit einem Zwinkern, „Wo bleibt die deutsche Pünktlichkeit?“. Die Jugendlichen lassen den Zuschauer durch ihre Augen sehen und schaffen es dabei, dass er selbst über seine „deutschen“ Eigenheiten lachen muss. Für viele der einzelnen Szenen gibt es spontanen Applaus.

Eine sehr erfolgreiche Premiere, die mit 600 Karten ausverkauft ist. Zum Schluss stellt Stefan Küpper, Leiter des Zentrums für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann, wo viele der Jugendlichen wohnen, dem Publikum eine Frage: „Wie lange ist man eigentlich ein ‚Flüchtling‘?“ Das Wort verallgemeinere doch zu sehr diese vielfältige Gruppe. Und irgendwann höre das „Flüchtlingsein“ doch auch auf.

Der nächste Film sei bereits in Arbeit, so Miriam Pucitta, Mit-Leiterin des Filmprojektes. Ende Februar, Anfang März wird es in Zusammenarbeit mit der Reformpädagogischen Sekundarschule am Dreiländereck (kurz: GHS Kronenberg) ein neues Projekt von ihr und ihrem Mann Michael Chauvistré geben. Der Name sei noch nicht gewählt, so Pucitta. „Vielleicht reden wir beim nächsten Film gar nicht mehr von Flüchtlingen?“, regt Küpper an.

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