Aachen - Eine Ausstellung über den Ärmelkanal hinweg

Eine Ausstellung über den Ärmelkanal hinweg

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
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„Erinnerung wie ein grüner Mantel“: Mit der Rauminstallation erinnert Brigitta Seck auch an ihre inzwischen gestorbene Schwester Mechthild. Jens Düppe gestaltet die Eröffnung musikalisch. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Zwei Schwestern, zwei Künstlerinnen. Die eine, Brigitta Seck, lebt und arbeitet seit 1980 in Irland. Die andere, Mechthild Seck, bleibt in Deutschland. Aus gemeinsamen Telefonaten entwickelt sich irgendwann die Idee, gemeinsam an einer Ausstellung zu arbeiten.

„Wir haben uns oft darüber ausgetauscht, woran wir arbeiten, was für Ideen wir haben, und dabei festgestellt, dass sich die Themen, an denen wir arbeiteten, trotz unserer unterschiedlichen Ansätze oft überschnitten haben“, erzählt Brigitta Seck. Das Ergebnis ist die Ausstellung „Erinnerung wie ein grüner Mantel“, die bis zum 18. Oktober im Atelierhaus zu sehen ist.

Eintauchen in innere Welten

Die beiden Künstlerinnen verarbeiten darin Kindheits- und Lebenserinnerungen. „Erinnerung ist für mich eine innere Welt. Diese innere Welt bildhaft darzustellen, ist die künstlerische Aufgabe“, meint Brigitta Seck. Jede hat für sich zu diesem gemeinsamen Thema gearbeitet. Die unterschiedlichen Ansätze fügen sich in der Rauminstallation zu einem großen Ganzen zusammen: Kreise aus Papier, Taschen aus Gaze und Naturmaterialien, geschaffen von Mechthild Seck. Von der Decke hängen „Portale“, wie Brigitta die säulenartigen, aus durchsichtigem Gaze kreierten Installationen nennt.

Doch nicht nur die Kunstwerke sind zu sehen. Eine Projektion zeigt die Skizzenbücher, die die beiden sich über zwei Jahre zugeschickt haben. „In diesen Skizzenbüchern haben wir Ideen gesammelt, sie waren unser Mittel der Kommunikation“, erzählt Brigitta Seck. Auch der Titel ergab sich aus dieser Korrespondenz. Mechthild Seck hatte die Idee dazu, inspiriert von dem Kirchenlied „Maria, breit‘ den Mantel aus“. Das einzige Kunstwerk, das einen Namen trägt, ist ein Nest, ausgefüllt mit Pusteblumen: „Die Kindheit ist ein fernes Land, da komme ich her“. Es stammt von Brigitta Seck. In einem Karton, der als „Mr. Art Package“ auf dem Flug sogar eine eigene Bordkarte und einen Sitzplatz bekam, transportierte sie das empfindliche Kunstwerk nach Aachen.

Während der Vorbereitung zu dieser Ausstellung wurde bei Mechthild Seck Krebs diagnostiziert, im vergangenen Jahr starb sie. „Dass wir die Ausstellung trotzdem machen, war ihr Wunsch. Sie ist auch eine Hommage an meine Schwester“, sagt Brigitta Seck. Das Thema Erinnerung greift auch der Musiker und Perkussionist Jens Düppe mit einer einmaligen Performance am Sonntagabend im Ausstellungsraum auf. Gemeinsam mit dem Tänzer Jean-Laurent Sasportes und der Performance-Künstlerin Annalisa Derossi wird er sich dem Thema musikalisch-tänzerisch nähern.

Das Konzert ist Teil der Reihe „Kommunikation 9“, die zum ersten Mal in Aachen Station macht. Jens Düppe, der die Reihe ins Leben gerufen hat, tauschte sich im Vorfeld viel mit Brigitta Seck aus: „Erinnerung ist etwas sehr dankbares, um sich damit künstlerisch auseinanderzusetzen. Jeder hat eigene Erinnerungen, die für jeden erst einmal so stimmen.“ Zum ersten Mal kommuniziert Düppe als Musiker dabei mit zwei Tänzern. Klanglich bedient er sich elektronischer Hilfsmittel. Die Performance beginnt am Sonntag, 20. September, um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind per E-Mail an kommunikation@gmail.com möglich.

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