Einbrüche: In Burtscheid geht die Angst um

Von: Oliver Schmetz
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Zerschlagene Fensterscheiben, hölzerne Behelfstüren und sogar Einschusslöcher: Wegen einer Serie von Einbrüchen und Vandalismusfällen geht laut Burtscheider Interessen-Gemeinschaft bei den Geschäftsleuten in der Burtscheider Fußgängerzone „die pure Angst“ um. Foto: Andreas Steindl
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Zerschlagene Fensterscheiben, hölzerne Behelfstüren und sogar Einschusslöcher: Wegen einer Serie von Einbrüchen und Vandalismusfällen geht laut Burtscheider Interessen-Gemeinschaft bei den Geschäftsleuten in der Burtscheider Fußgängerzone „die pure Angst“ um. Foto: Andreas Steindl
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Zerschlagene Fensterscheiben, hölzerne Behelfstüren und sogar Einschusslöcher: Wegen einer Serie von Einbrüchen und Vandalismusfällen geht laut Burtscheider Interessen-Gemeinschaft bei den Geschäftsleuten in der Burtscheider Fußgängerzone „die pure Angst“ um. Foto: Andreas Steindl
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Zerschlagene Fensterscheiben, hölzerne Behelfstüren und sogar Einschusslöcher: Wegen einer Serie von Einbrüchen und Vandalismusfällen geht laut Burtscheider Interessen-Gemeinschaft bei den Geschäftsleuten in der Burtscheider Fußgängerzone „die pure Angst“ um. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zeitungen, Zigaretten, Schreibwaren und Postdienstleistungen gibt es bei Kurt Kuippers immer tagsüber – und gegen Bezahlung, versteht sich. Zuletzt haben sich aber ungebetene Kunden in dem Laden in der Burtscheider Fußgängerzone nachts bedient, und das gleich drei Mal binnen einer Woche.

Am 14. September wurde die Scheibe eingeschlagen, stangenweise wurden Zigaretten geklaut, am 15. September auch, am 21. September erneut. Der Geschäftsmann hat jetzt ein spezielles Sicherheitsglas einbauen lassen und treibt seine Stromrechnung in die Höhe: Nachts knipst er nun die Festbeleuchtung an.

Und Kurt Kuippers ist nicht der einzige Einzelhändler in Burtscheid, der in den letzten Wochen und Monaten von Einbrechern heimgesucht wurde: In den Kiosk am Burtscheider Markt brachen Unbekannte ein, dort wurden ebenfalls Zigaretten geklaut. In der gegenüberliegenden Apotheke blieb es beim Versuch, allerdings wurde die Scheibe beschädigt. In der nahen Änderungsschneiderei zeugt noch eine Behelfstür aus Holz von der Tat. Gleiches gilt für die Konditorei Lammerskötter. Opfer wurden außerdem der Friseursalon „Hairzlich“, die Boutique „Stilvoll“, deren Inhaberin morgens ein Einschussloch in der Eingangstür fand, das Optikgeschäft Jordan und, und, und.

Kein Wunder, dass in Burtscheid „die pure Angst bei Ladeninhabern und Mitarbeitenden“ umgeht, wie die Burtscheider Interessen-Gemeinschaft (BIG) konstatiert. Bei deren Vorsitzenden Rolf-Leonhard Haugrund tauchte am Freitagmorgen eine Delegation von Geschäftsleuten auf, um ihre Sorgen und Nöte kundzutun, zumal es nicht nur um Einbrüche geht, sondern sich auch Diebstähle und Vandalismus häufen. Die BIG fordert den Polizeipräsidenten nun „dringend auf, die Präsenz in der Burtscheider Fußgängerzone zu verstärken“. Schließlich bemängele man seit langem, fügt Haugrund hinzu, dass von einer solchen Präsenz überhaupt nichts zu sehen sei.

Das weist die Polizei zurück. In Burtscheid seien neben dem täglichen Streifendienst „drei präsente Bezirksbeamte unterwegs“, die Kontakt mit Bürgern und Geschäftswelt hielten, sagt Polizeisprecher Paul Kemen und beklagt: „Leider wurde mit den Beamten nicht unmittelbar Kontakt aufgenommen.“ Sonst hätte man mit Sicherheit bereits „einiges ausräumen, informieren, erklären und Präventionstipps geben können“. Das wiederum kann Haugrund nicht nachvollziehen: „Alles ist angezeigt, das muss automatisch dazu führen, dass mehr getan wird.“ Einigkeit herrscht aber über den Tatbestand: Generell sei es in diesem Jahr zu einer vermehrten Anzahl von Geschäftseinbrüchen in der gesamten Städteregion gekommen, teilt die Polizei mit. Burtscheid bilde keine Ausnahme. 14 Fälle habe man dort gezählt, sagt Kemen und verspricht, jetzt an die Geschäftsleute heranzutreten und sich um deren Nöte zu kümmern.

Die Beamten werden dann oft das Wort „Angst“ hören. Etwa von der Schneiderin Rita Geuer, die die Initiative der Händler angestoßen hat und ihren Laden immer schon um 17 Uhr schließt, weil es dann dunkel wird. Oder von der Apothekerin Stefanie Niebert, die ihr Auto abends nur eine halbe Minute vor dem Geschäft stehen ließ – und schon war das Navi weg. Oder von Gabriele Corban, die in ihrer Tür ein Einschussloch fand und deren Nachbarn von mehreren nächtlichen Schüssen berichteten. „Ob ich ein schlechtes Gefühl habe?“, fragt sie und sagt: „Nein, ich habe Angst.“ Dagegen hilft Sicherheit. Nächtliche Streifen etwa. Oder Ermittlungserfolge. Immerhin kann die Polizei einen verbuchen. Die Täter, die bei Kurt Kuippers Zigaretten klauten, hat man geschnappt. Jugendliche Intensivtäter, sagen die Ermittler und prüfen nun, ob diese auch für andere Taten in Burtscheid in Frage kommen.

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