Aachen - Einblick in die Chefetage: Schüler erforschen die Deutsche Bank

Einblick in die Chefetage: Schüler erforschen die Deutsche Bank

Von: Andreas Steindl
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Im Tresor: Statt der üblichen Wertsachen warteten auf die 7. Klasse des St. Ursula Gymnasiums in der Deutschen Bank Süßigkeiten. Die Regeln angewandter Mathematik erfuhren sie auch so.

Aachen. Kinder auf dem Chefsessel? Schoko-Bonbons im Tresorraum? Wie funktioniert das eigentlich mit dem Geld? Warum sprechen alle von der Finanzkrise? Die Schülerinnen der 7. Klasse des St. Ursula Gymnasiums wollten es genau wissen und blickten einmal hinter die Kulissen der Deutschen Bank am Elisenbrunnen.

Und würden da nicht zehn Geldautomaten im Foyer stehen, manch einer würde die Räume nicht einer Bank zuordnen. Wer es gemütlich mag, schaut sich die Börsenkurse in der Lounge bei einer Tasse Kaffee an.

Wie von Zauberhand macht Mitarbeiterin Stephanie Karls aus klarem Glas Milchglas „damit niemand sehen kann, welche Geldbeträge gerade ausgetauscht werden oder was auf dem Computer steht”. „Das ist ja cool”, finden die Schülerinnen. Noch cooler finden sie dann den Tresorraum.

Zwei Schlüssel

Für Stephan Schönewald ein täglicher Anblick. Doch auch er braucht seine ganze Kraft, um die etwa 50 Zentimeter dicke Stahltüre überhaupt bewegen zu können. Nur mit gemeinsamer Anstrengung schaffen es die Schülerinnen, in das Herz der Bank vorzudringen.

Hunderte Schließfächer liegen hinter der schweren Tür, alle mit Nummern versehen und mit zwei Schlössern: „einen Schlüssel hat der Kunde, den zweiten haben wir und nur wenn man beide Schlüssel hat, kann man das Schließfach öffnen” erklärt Schönewald. Und in einem Fach finden sich tatsächlich Schokoladenbonbons. Der Schatz ist schnell geplündert. Was sich hinter den anderen kleinen Türchen verbirgt, weiß noch nicht mal die Bank.

Aus dem Keller geht es in die Chefetage. Wo sonst mit Millionen jongliert wird, sind es heute auch hier wieder die Schokoladenbonbons. Ganz einfach rechnet da Ausflugsorganisatorin Helen Bolke-Hermanns vor, was es heißt, wenn ein Discounter die Packung 20 Prozent billiger macht und auch noch 10 Prozent mehr Inhalt reinpackt.

Oder was es wirklich kostet, die mittlerweile weit verbreiteten Sammelpunkte zu sammeln und auf die Prämie zu sparen. Für ein Sweatshirt müssten die Kinder nicht nur für 82,14 Euro Schokolade kaufen, sie würden auch 43.600 Kalorien zu sich nehmen und wären 5,5 Kilogramm schwerer. Um das wieder auszugleichen, wären 103,5 Stunden joggen nötig, rechnet Bokle-Hermanns den erstaunten Schülerinnen vor: „Mathe hilft also beim Gewicht halten und schont den Geldbeutel.”

Und dann war da ja noch die Finanzkrise: „Wenn ihr euer Taschengeld zur Bank bringt, bekommt ihr vielleicht drei Prozent Zinsen. Wenn Eure Eltern ein Haus kaufen möchten, dann haben sie vielleicht 50.000 Euro. Sie brauchen aber weitere 100.000 Euro. Die bekommen sie von der Bank und die wollen Zinsen dafür. Wenn eure Eltern jedes Jahr 12.000 Euro an die Bank bezahlen, haben sie bei fünf Prozent Zinsen 5000 Euro für Zinsen bezahlt und 7000 Euro getilgt” erklärt Bolke-Hermanns vereinfacht eine Hausfinanzierung.

„In Amerika haben sehr viele Menschen aber nur Geld für die Zinsen gehabt und nichts getilgt und konnten das alles nicht mehr bezahlen”, skizziert sie an der großen Tafel die Finanzkrise.

„Sehr anschaulich” findet das dann auch Schülerin Julia. Und ihre Lehrerin Christiane Andraczek lobt, dass ihre Schülerinnen so „Zusammenhänge sehen und verstehen”. Die Mädchen sind so begeistert, dass sie am liebsten die Schulbank gegen den Chefsessel eintauschen würden.
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