Ein Zeichen für Toleranz auf dem Katschhof

Von: mh
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Aachen. Mit Mütze und Mantel gegen soziale Kälte, Terror und Hass: Nicht nur Oberbürgermeister Marcel Philipp kann längst auf enorme Resonanz hoffen, wenn am kommenden Sonntag, 25. Januar, ab 18 Uhr mindestens 1000 Kerzen auf dem Katschhof den Weg zum friedlichen Miteinander aller Kulturen und Religionen weisen.

Die Zahl der Menschen, die unter dem Motto „Aachen steht zusammen“ den Schulterschluss gegen Rassismus und Intoleranz demonstrieren, dürfte weit höher liegen – auch wenn die Celsius-Grade aller Voraussicht nach allenfalls im einstelligen Bereich daher kommen. „Inzwischen haben sich allein über die sozialen Netzwerke 1200 Teilnehmer angekündigt“, erklärte der OB gestern.

Eine große Geste ohne allzu große Reden – so will Philipp die etwas andere Kundgebung verstanden wissen. Er selbst wird dabei freilich ebenso einige kurze Grußworte sprechen wie Abdurrahman Kol, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde, Rabbiner Max Bohrer von der Jüdischen Gemeinde und Superintendent Hans-Peter Bruckhoff im Namen der christlichen Kirchen. „Wir wollen einmal mehr zeigen, dass Aachen eine offene, internationale Stadt ist, die jeden Menschen willkommen heißt“, betont Philipp.

Und diese Botschaft soll nicht zuletzt durch kleine Darbietungen großer Künstler illustriert werden. Der international erfolgreiche Aachener Akkordeonist Manfred Leuchter gibt sich die Ehre mit seinem palästinensischen Kollegen Mohamed Najem, der eigens aus Paris anreist. Katja Zinsmeister vom Theater Aachen liest aus Werken bekannter Autoren. Auch aus der Städteregion werden zahlreiche Teilnehmer erwartet, einige Bürgermeister haben ihr Kommen zugesagt, berichtet der OB. Städteregionsrat Helmut Etschenberg muss es allerdings zwangsläufig bei einer Grußbotschaft belassen. Er weilt auf einem seit langem geplanten Partnerschaftsbesuch im südfranzösischen Bourg St. Andéol. Umso mehr hoffe er auf ein denkbar harmonisches Rendezvous ungezählter Bürger aus der gesamten Region auf dem Katschhof, ließ er gestern mitteilen.

Und nicht von ungefähr schließt sich die imposante Mahnwache für den Frieden unmittelbar an ein Ereignis an, das seit Jahr und Tag den Aachener Kalender bereichert. Bereits am Nachmittag lädt der Arbeitskreis „Dialog der Religionen“ zum fünften „Aachener Friedensmahl“ ins Alte Kurhaus an der Komphausbadstraße ein. Die Veranstaltung gilt als prominentes Forum für sieben Glaubensrichtungen. Am Tisch sitzen Aleviten, Baha‘i, Buddhisten, Christen, Hindus, Juden und Muslime. Um 17.30 Uhr aber marschieren auch sie gemeinsam los. Jeder, der mitgehen möchte, ist selbstverständlich auch beim friedlichen Spaziergang bis zum Katschhof willkommen.

Dort wird das Friedenslicht, das das gemeinsame Mahl im Ballsaal erleuchtet hat, an alle Teilnehmer der Kundgebung weitergegeben. 1000 Kerzen stehen dazu bereit – und Philipp darf hoffen, dass viele Aachener ihre eigenen mitbringen, damit die Stadt einmal mehr Zeichen setzt als leuchtendes Beispiel für Toleranz.

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