Ein Zeichen für gesellschaftliche Vielfalt setzen

Von: Kathrin Albrecht
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Für Verständigung und gegen Rassismus: Bunte Handabdrücke sollten Solidarität ausdrücken. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Hand in Hand gegen Rassismus“ setzt bundesweit ein Zeichen für die Achtung der Menschenrechte und für gesellschaftliche Vielfalt. Auch in Aachen sammelte eine Gruppe am Elisenbrunnen „Bunte Hände für die gute Nachbarschaft“.

Etwas spontan habe man zusammengefunden, berichtet Nicole Podschadel: „In Aachen war zunächst nichts geplant, also haben wir versucht, innerhalb einer Woche noch etwas auf die Beine zu stellen.“

Vor ihr ist eine etwa vier Quadratmeter große Leinwand ausgebreitet, daneben stehen Flaschen mit roter, gelber, grüner Malfarbe. Damit möchte die Gruppe bunte Händeabdrücke von Passanten sammeln, um damit ein kreatives Zeichen für eine gute Nachbarschaft und eine Willkommenskultur aus der Ferne zu setzen. Bis vor kurzem hat sich Podschadel als ehrenamtliche Helferin in der Notunterkunft für Flüchtlinge in der Rombachstraße engagiert und hat dort in der Essensausgabe gearbeitet.

Auch wenn in Aachen bislang alles ruhig zu sein scheint und die Stadt als Vorbild gilt für die Versorgung der ankommenden Flüchtlinge, gibt es doch Erfahrungen, die sie grübeln lassen. Sie erzählt von einem sehr unschönen Zwischenfall in ihrer Nachbarschaft, wo lautstark gegen die Unterkunft gepöbelt wurde. „Es fängt an zu brodeln“, pflichtet eine Passantin ihr bei. Die jüngsten Entwicklungen machen Nicole Podschadel Sorgen. Dass eine rechtspopulistische Partei wie die AfD bei Landtagswahlen auf Anhieb zweistellige Ergebnisse einfährt, dass Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte im vergangenen Jahr sprunghaft zugenommen haben, dass Europa sich zunehmend abschottet und Andersdenkende wieder stärkeren Gegenwind bekommen, all das hat sie dazu motiviert, Engagierte für diese Aktion zusammenzutrommeln.

Die Leinwand füllt sich schnell mit bunten Händeabrücken, Passanten bleiben interessiert stehen, es entwickeln sich gute Gespräche und doch: „Ich hätte gedacht, dass sich mehr Menschen interessieren“, lautet Podschadels Resümee. In Aachen sei es eben im Vergleich zu anderen Städten noch ruhig.

Die Leinwand mit den bunten Händen will sie in jedem Fall bei der nächsten Aktion am 19. Juni einsetzen. Dann sollen bundesweit Menschenketten in allen größeren Städten organisiert werden, die Gotteshäuser, kulturelle Einrichtungen, Flüchtlingsunterkünfte und Rathäuser miteinander verbinden. Auch Nicole Marie Podschadel ist dann wieder dabei.

Mehr Informationen zum Aktionsbündnis und zu weiteren Aktionen gibt es unter www.hand-in-hand-gegen-rassismus.de.

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