„Ein ungleiches Paar“: Theaterstück mit viel Witz

Von: Carolin Kruff
Letzte Aktualisierung:
8381063.jpg
Einblicke ins New Yorker Frauen-Appartment: Das Stück „Ein ungleiches Paar“ glänzt mit jeder Menge Witz und konträren Charakteren. Foto: Kurt Bauer

Aachen. „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen“ – diese Lebensweisheit Loriots stellt Neil Simons Komödie „Ein ungleiches Paar“, die nun am Theater Brand Premiere feierte, auf den Kopf. Denn hier geht sich ein Frauengespann gehörig auf die Nerven.

Die Geschichte beginnt unspektakulär: Die Sportjournalistin Olive führt ein glückliches Leben in ihrem Single-Appartment mitten in New York. Eines Abends nimmt die gesellige Trivial-Pursuit-Runde mit ihren Freundinnen allerdings ein jähes Ende: Florence, die sechste im Bunde, steht heulend vor der Tür – ihr Mann hat sich nach 14 gemeinsamen Ehejahren von ihr getrennt. Und wofür sind Freunde da? Ohne großartig nachzudenken, bietet Olive ihr Asyl an. Damit nimmt die Katastrophe ihren Lauf, denn die Frauen sind wie Katz und Maus.

Olive, bei der auch schon mal etwas rumliegen darf, kommt mit ihrer Laisser-faire-Einstellung kaum gegen die beherrschte Sauberkeitsfanatikerin Florence an. Und die in Selbstmitleid zerfließende Florence wirkt neben der lebenshungrigen und souveränen Olive wie ein Häufchen Elend. Der Zuschauer ahnt es schnell: Das kann nicht gut gehen. Stimmt! Kaum eingezogen, hat Florence bereits das Regiment über Olives Haushalt übernommen. Mit Putztuch und Staubsauger bewaffnet erobert sie jeden Quadratzentimeter der Wohnung, es gibt geregelte Essenszeiten und die gemütlichen Treffen mit den Freundinnen drohen dem Ordnungswahn Florences zum Opfer zu fallen. Die Stimmung ist am Tiefpunkt und die Freundschaft droht zu zerbrechen.

Da kommt Olive die zündende Idee: Die zwei feurigen Spanier Manolo und Jesus von nebenan (köstlich: Reinhold Meinecke und Patrick Gier) sollen es richten und die Alltagsroutine durchbrechen. Ein romantisches Candle-Light-Dinner zu viert endet jedoch mit einem verkohlten Truthahn und einem Nackenkrampf Florences. Längst haben die beiden Frauen erkannt, dass sie sich bereits wie ein altes Ehepaar benehmen, das sich verflucht, aber nicht voneinander loskommt. Eine Entscheidung steht an.

In der gewohnten Wohnzimmer-Atmosphäre des Theaters Brand hat man das Gefühl, mitten in Olives New Yorker Appartment auf dem Sofa zu sitzen. Die eingeschworene „Mädels-Clique“ (Ute Moerkotte als Mickey, Gunda Marsell als Sylvie, Petra Brilon als Vera und Anne Beißel als Renee) um die beiden Hauptdarstellerinnen ist um kein Thema verlegen – Sex and the City lässt grüßen! Birgit Geuer als Olive und Eugenia Pflug als Florence bringen die konträren Charaktere überzeugend rüber und sorgen mit witzigen Dialogen für viele Lacher im Publikum. Porzellan fliegt hier ebenso wie das eine oder andere sarkastische Wort.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert