Ein Ultraschallgerät für Kamerun

Von: Martina Stöhr
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Hilfe zur Selbsthilfe: Ex-Fußballer Alphonse Yombi (l.) und seine Kollegen von der Deutschen Kamerun-Hilfe Elke Weimar (2.v.r.) und Vorstandsmitglied Heinz Gerhards (r.) werfen einen letzten Blick auf die gesammelten Hilfsgüter. Handwerker Norbert Weber (2.v.l.) stellte sein Firmengelände für die Sammelaktion zur Verfügung. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Wenn man eine bekannte Persönlichkeit ist, dann muss man dem eigenen Land helfen“, sagt Alphonse Yombi, Ex-Fußball-Nationalspieler von Kamerun. Heute lebt er in Deutschland und organisiert mit zahlreichen Freunden über die von ihm gegründete Deutsche Kamerun-Hilfe Hilfstransporte für sein Land.

Benachteiligten Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen ist das gemeinsame Anliegen. „Wir tun eigentlich das, was die Politik fordert“, sagt Heinz Gerhards, Vorstand der Deutschen Kamerun-Hilfe. Mit zahlreichen Projekten gibt die Organisation Menschen vor Ort die Chance, einen Beruf zu erlernen: in einer Schreiner- oder Schlosserwerkstatt beispielsweise oder in einer Nähschule.

Und jetzt verschickt die Deutsche Kamerun-Hilfe unter anderem medizinische Geräte und einen Rettungswagen, um damit eine gerade errichtete Krankenstation in Bafia auszustatten. „Was hier als Ausschuss betrachtet wird, kann in Kamerun Leben retten“, meinen die Helfer. „Ein Gerät zur Blutanalyse ist für die Menschen dort ein kleines Wunder“, sagt Alphonse Yombi. Und auch Ultraschall- und Röntgen-Geräte sind Mangelware in dem afrikanischen Land. „Die Lebenserwartung in Kamerun ist sehr niedrig, und auf 5000 Bewohner kommt nur ein einziger Arzt“, sagt Gerhards.

Acht Monate lang haben eifrige Spender dafür gesorgt, dass sich die Container auf dem ehemaligen Krantz-Gelände mit Hilfsgütern für die unterschiedlichen Projekte füllten. Handwerker Norbert Weber hat sein Firmengelände für die Sammelaktion zur Verfügung gestellt. Dort stehen derzeit zwei Container, der Rettungswagen und ein Lkw, die in nächster Zeit verschifft werden sollen. Bei einer Abschiedsfeier konnten die Helfer noch einmal einen letzten Blick darauf werfen.

Alphonse Yombi wird bei der Verzollung der Container und Fahrzeuge anwesend sein, und Norbert Weber will später in Kamerun dabei helfen, dass die neuen Werkzeuge und Geräte an Ort und Stelle ordnungsgemäß installiert werden. Er hat die Kameruner schon beim Bau der Krankenstation unterstützt und meint: „Es ist großartig, wie sich die Menschen helfen lassen und unsere Ratschläge annehmen.“

„Leute wie Norbert Weber brauchen wir“, lobt Gerhards. „Menschen, die anpacken können und die ihr Handwerk verstehen.“ Der Ex-Fußballer Alphonse Yombi ist sichtlich bewegt. Für ihn ist mit der Deutschen Kamerun-Hilfe ein Traum in Erfüllung gegangen. Dieser jüngste Hilfstransport, der elfte insgesamt, ist ein weiterer Mosaikstein, der seinen Landsleuten zu mehr Eigenständigkeit und besserer gesundheitlicher Versorgung verhelfen soll.

Gerhards erinnert an die Flüchtlingswelle und hebt einmal mehr die Notwendigkeit hervor, den Menschen ein Überleben im eigenen Land zu ermöglichen. Dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die Aktion unterstützt, wertet Elke Wiemar von der Kamerun-Hilfe als große Anerkennung.

Die Initiative ist in Kerpen beheimatet, hat aber auch in Aachen und Umgebung viele Unterstützer. Alle gemeinsam nutzten nun die Gelegenheit, einen letzten Blick auf die Hilfsgüter zu werfen, bevor diese die 7500 Kilometer lange Reise nach Kamerun antreten. „Und wir werden immer über den Stand der Dinge informieren“, verspricht Gerhards den Spendern.

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