Ein überaus geschmackvoller Abschied des GMD

Von: Hans-Peter Leisten
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Abschied von der Mannschaft: G
Abschied von der Mannschaft: Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck (rechts vorne) dankte Marcus R. Bosch nach dem Schlusstakt auf der Bühne. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Jetzt erst mal ein Bierchen - und man darf getrost von einem mehr als verdienten sprechen. Schließlich muss Marcus R. Bosch bei seinem Schlussauftritt in Aachen eine körperliche Leistung vollbringen, die selbst einem Triathleten Respekt abverlangen würde.

Am Vorabend Premiere in Heidenheim, dann eine ganz kleine Mütze Schlaf (siehe „Drei Fragen an”), am Samstagabend dann zunächst eine fünfstündige Inszenierung von Wagners Oper „Tristand und Isolde” und als Sahnehäubchen eine große Abschiedsfeier im Spiegelfoyer. Und trotzdem sieht der Mann aus, als hätte er einen ganz normalen Tag hinter sich gebracht. Aber bei dem scheidenden Generalmusikdirektor (GMD) ist „normal” eben etwas anders.

31 Opernpremieren

Vielleicht ist es auch der beeindruckende Applaus, der ihm immer wieder neue Energien verleiht. Nach dem Schlusstakt der Oper will sich das Publikum gar nicht mehr setzen, und so fügt Bosch eine Verbeugung an die nächste. Erst als Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck zur Rede anhebt, wird es vorübergehend ruhiger. Der Wegbegleiter über fast acht Jahre spricht von den 31 Opernpremieren Boschs, von den vielen anderen Theaterproduktionen und von den rund 600 Konzerten, die Bosch in den zehn Jahren seines Aachener Engagements dirigiert hat. Und dabei habe er nicht nur Klassik und Romantik, sondern auch Barockmusik im Hause populär gemacht.

Schmitz-Aufterbeck lobt das großartigen Orchester, das Bosch im Laufe dieser Jahre geformt habe, und das wie zur Bestätigung in dem Moment noch einen Sonderapplaus vom Publikum bekommt. Es gibt Blumen und Schampus vom Ensemble und vom Generalintendanten eine schmucke Rolle, die ein großes Plakat zum „Tristan” enthält. Das hat sich Bosch ganz besonders gewünscht. Und so braucht er fast einen Träger, als er von der Bühne des Theaters abtritt.

Es gibt Musik zur Feier des Abends von Irina Popova und Jelena Rakic, begleitet von Volker Hiemeyer am Flügel. Und Dance-Hits von DJ Georg Tychon. Vor allem aber gibt es Zeit für Gespräche, Wünsche und Dankesworte zwischen Bosch und den Gästen. Die bilden nämlich die Mehrzahl der Abendbesucher. Und für die nimmt sich Bosch sehr viel Zeit - in der Tat zum letzten Mal.
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