Ein Treffen der Familie Chorus mit 90 Teilnehmern

Von: hpl
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Die Zufahrtstraße zum Katschhof ist nach dem Ritter Chorus benannt.
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Hier gedenkt Aachen seines mittelalterlichen Bürgermeisters: Die Gedenkplatte ist in der Vorhalle des Domes eingelassen.
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Wollen Ritter Chorus wieder stärker ins Bewusstsein bringen: Dr. Gerhard Müller-Chorus und sein Verwandter Boudewijn Chorus (rechts). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Dr. Gerhard Müller-Chorus ist ein bescheidener Mann. Der frühere Beamte des Auswärtigen Amtes lebt heute in Wachtberg im Rhein-Sieg-Kreis. Nicht nur in den letzten Wochen hat er häufiger die Reise nach Aachen angetreten, vor allem am 22./23. April werden er und größere Teile seiner Familie in der Stadt, in der Ritter Chorus im 14. Jahrhundert gewirkt hat, Öcher Luft schnuppern.

Dann gibt es ein kleines Familientreffen – auch wenn Gerhard Müller-Chorus betont, dass nicht sicher ist, ob es tatsächlich eine direkte Verwandtschaftslinie zwischen dem einstigen Bürgermeister und seiner Familie gibt. „Wirklich nachzuweisen ist die familiäre Verbindung nicht“, erklärte er jüngst bei einem Vorabbesuch. Und schob direkt hinterher: „Uns kommt es nicht auf irgendwelche eitlen Aktivitäten an.“ Worauf dann?

Er und seine familiären Mitstreiter wie zum Beispiel Boudewijn Chorus aus den Niederlanden möchten einfach die Person und ihre Bedeutung für unsere Stadt stärker ins Bewusstsein rücken. In der Tat kennt jeder Aachener die Ritter-Chorus-Straße, genauso den Chorusberg, auf dem die Aachener Turn-Gemeinde ihr Zuhause hat. Aber wer der Mann war und wo bis heute seine Handschrift zu erkennen ist, ist weitgehend dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen. Genau an diesem Punkt soll jetzt angesetzt werden. Und da scheint der 650. Todestag genau der richtige Anlass zu sein.

Ob Chorus wirklich konkret an den Bauprojekten Rathaus und Dom beteiligt war, soll dahin gestellt sein. „Aber“, so gibt Müller-Chorus zu bedenken, „neuere Bewertungen ändern nichts an seiner mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmenden Involvierung in die imponierende Bautätigkeit Aachens im 14. Jahrhundert und seine Involvierung in die heftigen innerstädtischen Streitigkeiten, von seiner Rolle in der Reichspolitik ganz zu schweigen.“

Die aktuelle Familie Chorus will gleichzeitig ein Stück Familientradition wahren und die Erinnerungen an den möglichen bis wahrscheinlichen Vorfahren ein Stück wiederbeleben. Die Initiatoren haben rund 90 Personen mit dem Namen Chrous am April-Wochenende eingeladen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf die alte Chorus-Sippe zurückzuführen sind, ist recht groß. In jedem Fall ist Müller-Chorus zuversichtlich, dass sich 40 Teilnehmer des Treffens für die weitere Erforschung der Familien- und damit Stadtgeschichte interessieren. Er ist von der Bedeutung des möglichen Urahnen überzeugt: „Woher kämen der Nachruhm und die ungewöhnliche Auszeichnung an der Dompforte, wenn er nicht den Menschen seiner Zeit als Vorbild erschienen wäre?“

Am 29. Juni hält Ingo Deloie um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek an der Couvenstraße im Rahmen von „Aachen-Stadtgeschichte(n): Menschen, Ereignisse, Dokumente“ einen stark biographisch geprägten Vortrag über Ritter Chorus.

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