Ein Text als dreidimensionales Kunstwerk

Von: Sarah Hall-Waldhauser
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Künstler aus der Region im Neuen Aachener Kunstverein: Der Schwede Karl Larsson (rechts), derzeit Stipendiat in Maastricht, eröffnete am Wochenende seine Ausstellung. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein Löwe mit einem abgeschlagenen Kopf und eine Sitzlandschaft fallen dem Betrachter sofort ins Auge. Auf diese eher ungewöhnlichen Kombinationen von Gegenständen können alle Besucher im Rahmen der Kunstausstellung „Eurovision”, in der der Neue Aachener Kunstverein (NAK) regelmäßig Künstler aus der Region vorstellt, einen Blick werfen.

Stipendiat in Maastricht

Der Künstler, der diese und andere Gegenstände erschaffen hat, ist der Schwede Karl Larsson. „Larsson wurde 1977 in Schweden geboren und ist derzeit Stipendiat an der Jan van Eyck Akademie in Maastricht”, erzählt die Direktorin des Kunstvereins, Dorothea Jendricke.

Das Fundament der Ausstellung bildet das erste Buch „Form Force” von Larsson, der Künstler, Autor und Dichter zugleich ist. „Form Force stellt eine Zusammenstellung frei assoziierter Gedanken über unterschiedliche kulturelle, zeitgeschichtliche und politische Geschehen dar.

Miteinander verbunden durch die Form des Gedichts und geschrieben im Wechsel zwischen verschiedenen Sprachen, finden so verschiedenartige Themen wie die Zerstörung der gigantischen Buddhas in Bamiyan durch die Taliban oder geheime Schriften aus dem Deutschen Herbst zueinander”, gibt die Direktorin Einblick in die Arbeit des Künstlers.

Der Besucher wird in der Ausstellung selber zum Interpreten. So kann sich jeder seine eigenen Gedanken zu den Formen und Figuren machen, die Larsson ausstellt. „Das Besondere an diesem Autor ist, dass er es geschafft hat, seine Texte sozusagen in Kunst umzuwandeln und dreidimensional darzustellen”, erzählt Jendricke begeistert.

Deutsche Ausgabe im Herbst

Bei aller freien Interpretation durch den jeweiligen Betrachter haben die ausgestellten Gegenstände natürlich auch eine Bedeutung für den Künstler: „Die Sitzlandschaft ist beispielsweise ein Denkmodell, das den Zugang zur Literatur symbolisieren soll”, erklärt die junge Direktorin. „Form /Force” war erstmalig in Schweden 2007 verlegt worden.

Parallel zur Ausstellung am Neuen Aachener Kunstverein wurde das Buch nun Klaus-Jürgen Liedtke in die deutsche Sprache übersetzt und wird im Herbst dieses Jahres hierzulande veröffentlicht.
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