Ein Tag bei Tonne Berta und den Müllautos

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Einmal die große Kehrmaschine selbst steuern: Auch Nour darf mal „Pilotin“ spielen. Foto: Elisa Bresser
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Welcher Abfall gehört in welche Tonne? Spielerisch erläutert Manuela Staaks, wie Abfalltrennung funktioniert.
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So funktioniert eine Kehrmaschine: Anne Janotta erklärt, wofür die unterschiedlichen Besen sind.

Aachen. Die orangefarbene Warnweste zieht Ferdinard über sein T-Shirt. 19 andere Kinder tun es dem Sechsjährigen gleich. Dass Anne Janotta und Manuela Staaks, Abfallberaterinnen beim Aachener Stadtbetrieb, sie auffordern, sich in zwei Gruppen aufzuteilen, bekommen die Kinder nicht mit. Gerade ist ein Müllauto vorgefahren, und dem gehört nun die ungeteilte Aufmerksamkeit.

Die Kinder der Kindertagesstätte Wiesental sind an diesem Vormittag zu Besuch auf dem Betriebshof des Stadtbetriebs am Madrider Ring. Eine Hofführung mit spannenden Einblicken in die Arbeit des Stadtbetriebs liegt vor ihnen. Die Führung wird im Rahmen der Abfallpädagogik angeboten und richtet sich besonders an Kindergarten- und Grundschulkinder. Im Schnitt zwei Mal pro Woche von April bis September begrüßen Anne Janotta und Manuela Staaks eine Gruppe. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Staaks, „Tendenz steigend.“

Die 20 Kinder können sich vom Anblick des Müllautos losreißen. Schließlich gibt es noch viel mehr zu sehen. Erster Anlaufpunkt der Hofführung ist Tonne Berta. Die Restmülltonne mit den wachen Augen hat zu viel verschiedenen Müll in ihrem Bauch. Der gehört doch vielmehr in den Bauch ihrer Behälter-Kollegen. Nun liegt es an den Kindern, diesen zu sortieren.

Manuela Staaks erklärt, in welche verschiedenen Behälter Papier, Kartoffelschalen und Milchtüte gehören. Dann sind die Kinder dran. Porree, eine Keksverpackung und eine Zeitung werden sortiert. „Wohin kommt der Stift?“, fragt Nour und sieht sich fragend um. Die Sechsjährige bekommt verschiedene Antworten ihrer Freunde und entscheidet sich schließlich für den Restmüll. „Richtig, gut gemacht“, lobt Staaks.

Spielerisch vermitteln die Abfallberaterinnen viele Dinge rund um das Thema Mülltrennung und Abfallvermeidung. „Die Kinder haben Spaß dabei und tragen später ihr Wissen in ihre Familien“, sagt Staaks. Ein paar Meter weiter steht Uwe Papst und direkt daneben sein Arbeitsgerät: eine orange leuchtende Kehrmaschine.

„Wofür sind die Schalter?“ „Warum hat die Maschine drei Besen?“ „Wieso ist da ein Schlauch dran?“ Viele Fragen haben die Kinder, die Anne Janotta alle nacheinander beantwortet. „Wer möchte denn jetzt mal in der Kehrmaschine sitzen?“ möchte sie wissen und alle Kinderhände schnellen in die Höhe. Ferdinard ist der Erste.

Und was ist im Bauch?

Wippend sitzt er in der Kabine und guckt auf einen Monitor. Er sieht Uwe Papst, der winkend hinter der Kehrmaschine steht. So kann der Fahrer der Kehrmaschine sehen, was hinter dem Fahrzeug passiert, erklärt Janotta.

„Und was ist im Bauch von der Kehrmaschine?“ Zur Beantwortung von Ferdinards Frage begibt sich die Gruppe zum Container auf dem Betriebsgelände. Das Fahrzeug fährt rückwärts an den Rand der Grube und kippt den Behälter. Straßenkehricht fällt in den Container. „Das ist aber viel Dreck!“, ruft Ferdinard und lacht.

Nach einer Stunde neigt sich die Hofführung dem Ende zu. „Das hat viel Spaß gemacht“, sagt Ferdinard. Seine Warnweste gibt er Anne Janotta zurück. Die kommen schon bald bei der nächsten Hofführung wieder zum Einsatz. Es ist möglich, noch Termine für Hofführungen beim Aachener Stadtbetrieb zu vereinbaren. Die Hofführung richtet sich an Vorschuld- und Grundschulkinder. Es wird eine Gruppengröße von maximal 15 Kindern empfohlen.

Die Führungen werden in diesem Jahr noch bis einschließlich September angeboten und nehmen rund eine Stunde in Anspruch. Das Angebot ist für alle Kindertagesstätten und Grundschulen aus der Stadt Aachen kostenfrei.

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