Aachen - Ein Superstar des Öcher Platt: Abschied von Peter Schein

Ein Superstar des Öcher Platt: Abschied von Peter Schein

Von: mh
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Egal ob als hemdsärmeliger Mann des Volkes oder - wie bei seinem letzten Auftritt in „Au Traatsch Tringe” - als schlitzohriger Lebemann: Peter Schein begeisterte das Platt-Publikum als kultiger Star der Alt-Aachener Bühne stets aufs Neue. Foto: Ratajczak

Aachen. Die Aachener Platt-Kultur hat einen ihrer ganz Großen verloren: 60 Jahre lang hat Peter Schein die phänomenale Erfolgsgeschichte der Alt-Aachener-Bühne als begnadeter Komödiant geprägt.

Kaum einer hat die Mundart-Fans der Stadt mit derartiger mimischer Raffinesse und Spielfreude zu Lach- und Beifallsstürmen hingerissen wie er. Jetzt ist der gefeierte Volksschauspieler im Alter von 79 Jahren einer schweren Krankheit erlegen.

„Er spielte seine Figuren nicht nur, er lebte sie wirklich”, blickte die Vorsitzende des Ensembles, Sabine Plum, auf fast drei Jahrzehnte zurück, in denen sie mit Schein auf den Brettern gestanden hat. „Sein Tod reißt eine riesengroße Lücke”, sagte sie.

Seit Mitte der Fünfziger Jahre bereits begeisterte Schein sein Publikum indes vor allem an der Seite von Leni Reißer: „Als junges Liebespaar, als gestandene Eheleute und schließlich als au Lü haben wir auf der Bühne wunderbar harmonisiert”, blickte sie am Mittwoch zurück. „Auch sein Improvisationstalent war unglaublich. Wenn man mit ihm spielte, brauchte man praktisch keine Sorgen zu haben, dass das Stück keinen Erfolg haben könnte.”

Dabei sei der gelernte Weber auch hinter den Kulissen als „sehr guter Mensch und fairer Kollege” geschätzt worden, meinte auch sein langjähriger Bühnenpartner Albert Henrotte. „Er war ein Mann voller Mutterwitz, aber er konnte auch still und nachdenklich sein. Als Privatmann hat er sich nie in den Vordergrund gespielt. Als Schauspieler erhielt er schon donnernden Applaus, noch bevor er überhaupt etwas gesagt hatte.”

Sein Publikum dankte es nicht nur mit praktisch ununterbrochen ausverkauften Rängen: Vor drei Jahren wurde Peter Schein gemeinsam mit Leni Reißer mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet - wegen seiner großen Verdienste um die heimische Theater- und Sprachkunst, ebenso aber auch wegen des unvergleichlichen sozialen Engagements „seines” Ensembles. Ihre Einnahmen stellt die Truppe seit Jahr und Tag für karitative Einrichtungen der Region zur Verfügung. Bis heute ist dabei nicht weniger als eine runde halbe Million Euro zusammengekommen.

Die Exequien für Peter Schein werden am kommenden Samstag, 17. Januar, in der Pfarrkirche St. Johannes in Herzogenrath-Merkstein gehalten. Anschließend gibt es eine Abschiedsfeier in der Friedhofskapelle Lange Hecke/Kirchrather Straße.
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