Aachen - Ein Star hängt fest, ein anderer Star springt ein

Ein Star hängt fest, ein anderer Star springt ein

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Begeisterte in der Citykirche: Evgeny Cherepanov gab ein Benefizkonzert, das die Abiturientia des KKG organisiert hatte.

Aachen. Wie schafft man es, dass ein weltweit nachgefragter Pianist anlässlich einer 50-jährigen Abiturfeier spielt? Einfach anrufen?

Ganz so einfach war es für die Abiturientia 1960 des Kaiser-Karls-Gymnasiums nicht, „doch Saleem Abboud Ashkar war sofort begeistert, als wir ihm von unserer Idee berichteten, ein Benefizkonzert für das Caritas Baby Hospital in Bethlehem zu organisieren”, berichtete Hartmut Rottmann am Samstagabend in der Citykirche St. Nikolaus.

Ashkar ist christlicher Palästinenser mit israelischem Pass und Wohnsitz in Berlin. Meistens ist er allerdings auf dem Globus unterwegs, um mit berühmten Orchestern und Dirigenten zu spielen. Der 33-Jährige vergisst allerdings seine Heimat nicht und versucht auch dort zu helfen.

„Ein glücklicher Zufall”

Um ein Haar wäre der Erfolg der Jubiläumsabiturienten allerdings in der Vulkanasche über Skandinavien hängengeblieben. Ashkar konnte deswegen nämlich nicht anreisen, weil er in Stockholm festhing. Doch das Aschehindernis hatte kurioserweise dann auch sein Gutes: Evgeny Cherepanov - etwas jünger, aber nicht minder ausgezeichnet, sprang für Ashkar ein. Denn er hatte ein Konzert in New York absagen müssen. „Ein glücklicher Zufall für uns”, freute sich Rottmann.

Beide Pianisten verzichteten zudem auf ihre Gage, „so dass der ganze Erlös des Konzertes dem Caritas Baby Hospital zu Gute kommt”. Und das sei nötiger denn je, wie Linda Tenbohlen, Leiterin der Kinderhilfe Bethlehem im Deutschen Caritasverband, eindringlich erzählte: „In den palästinensischen Gebieten herrscht viel Hoffnungslosigkeit. Viele Kinder leiden unter den typischen Armutskrankheiten, die von schlechter Hygiene und Mangelernährung herrühren. Das Caritas Baby Hospital ist auch nach über 50 Jahren immer noch das einzige Kinderkrankenhaus im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Die Menschen brauchen unsere Solidarität.”

Solidarität seit 1994

Diese Solidarität bekundet die Abiturientia 1960 nicht erst seit dem Benefizkonzert. „Bei einer gemeinsamen Israelreise - unser Schulfreund Wilhelm Bruners lebte damals in Jerusalem - lernten wir das Caritas Baby Hospital 1994 kennen”, erzählte Jürgen Hausen. Seitdem unterstützt die Abiturklasse das Krankenhaus regelmäßig - zum Beispiel mit dem, was in der gemeinsamen Reisekasse übrig bleibt.

Zum 50-jährigen Jubiläum ihres Reifezeugnisses wollten die ehemaligen KKGler allerdings etwas ganz Besonderes auf die Beine stellen. So entstand die Idee eines Benefizkonzertes.

„Zwei Jahre Vorbereitungszeit: Am Ende war es doch ein bisschen stressig, aber es hat uns auch noch einmal zusammengeschweißt”, meinte Hausen. Das Ergebnis genossen die Zuhörer in der gut besetzten Nikolauskirche sichtlich. Und die Kinder in Bethlehem werden ihren Nutzen davon haben.
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