Aachen - Ein Stadtviertel wie ein feines Dörfchen

Ein Stadtviertel wie ein feines Dörfchen

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Starker Andrang: Auf der Oppenhoffallee stöberten viele Besuche durch die Angebote des Flohmarkts im Frankenberger Viertel – das Fest war ein voller Erfolg. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Endlich ist sie gebrochen, die fast zur Tradition gewordene Regelmäßigkeit, die den Frankenb(u)ergern sprichwörtlich das Wasser in die Augen trieb. Beim siebten Frankenberger Alleenfest geschah das, was sich zwar alle gewünscht, aber niemand so wirklich erwartet hatte: Es ist trocken.

 Kein Regen und somit keine Anhäufung von gelben Plastikfolien, die die Stände vor der Nässe schützen müssen, wie in den vorherigen Jahren. Stattdessen eine proppenvolle Oppenhoffallee, auf der der Frankenbürger das Viertel von seiner schönsten und buntesten Seite erlebt. Vor allem der Viertelflohmarkt lockt mit besonderen Schätzchen viele Besucher an. Es wird in aller Ruhe gestöbert, geklönt und das eigene Wohnen in Aachens „schönstem Fleck“ gelobt: „Nä, watt is datt schön hier...!“

Zwischen Künstlern und Händlern

Egal ob Jung oder Alt, beim Alleenfest der „Frankenb(u)erger e.V.“ kommt jeder auf seine Kosten. Während die Kleinen beim Malwettbewerb auf Schieferdachplatten ihrer Kreativität freien Lauf lassen oder beim Quiz mit ihrem Wissen prahlen können, genießen ihre Eltern bei den vielen Gastronomen, Künstlern und Händlern die Atmosphäre des Festes. Die ansässigen Restaurants und Lädchen begrüßen zwar überwiegend bekannte Gesichter, aber auch Besucher von „außerhalb“ finden sich in der Allee mit den barocken Häuserbauten ein. Afrikanische Trommelklänge führen einen zur Bühne, wo mit spektakulären Capoeira-Choreographien für langen Applaus gesorgt wird. Eine, die das Treiben zum ersten Mal genießt, ist Caroline Conrad. Sie hat sich, wie sie lachend erzählt, ganz bewusst dafür entschieden in „Aachens schönstem Viertel“ ein kleines Stöberlädchen auf der Bismarckstraße zu eröffnen. Retro-Sachen und ausgewählte Accessoires erinnern ihre Kunden vor allem an die hippen Szene-Läden in Berlin. Conrad freut es, denn wo würde sich solch ein Laden besser machen, als im ebenfalls hippen Frankenberger Viertel?

Schnell wird klar: Hier treffen sie alle aufeinander. Die Künstler, die Intellektuellen, die Akademiker und der ganz normale Öcher. Aber: So verschieden die Bewohner sind, so haben sie dennoch alle einen Wunsch. Die Errichtung eines Bürger- und Kulturzentrums in der Burg ist allen ein wichtiges Anliegen. Und da der Umbau der schönen Frankenburg nicht ganz billig ist, dient der Erlös der bemalten Schieferdachplatten eben diesem. Natürlich ziehen auch hier wieder alle an einem Strang.

Aber so ist das eben, wenn man in dem „bekanntesten Dorf in der Stadt“ wohnt, wie Dieter Jurewicz, „Bürgermeister“ des Viertels, lachend erzählt.

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