Aachen - Ein Spiel nahe an der Realität

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Ein Spiel nahe an der Realität

Von: Katrin Haas
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Noch ist etwas zu sehen, doch
Noch ist etwas zu sehen, doch gleich dominiert die Dunkelheit: Die Schülerinnen und Schüler griffen ein heikles Thema auf. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Zuschauer werden gewarnt: „Ihnen wird gleich schwarz vor Augen!” Auf der Bühne langweilen sich einige Jugendliche bei einer Party. Um diese ein bisschen aufzupeppen, spielen sie „Blinde Kuh” und weil keine Augenbinden zu finden sind, drehen sie direkt die Sicherung heraus.

Die Partygäste stolpern im Dunkeln verzweifelt über am Boden liegende Gegenstände und das gute Porzellan scheppert auf den Boden. Die Stimmung ist nicht besser als vorher, sie sind sich einig: „Das war ein scheiß Spiel.” Doch einer der Jungen erklärt den anderen: „Mein kleiner Bruder ist blind. Für den ist das kein scheiß Spiel, sondern Realität.”

24 Schüler auf der Bühne

Im Space des Ludwig-Forums präsentieren 24 Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums und der Johannes-Kepler-Schule, Förderschule mit dem Schwerpunkt Sehen, ihr Projekt „So bin ich halt” aus Musik, Theater und Film. „Derzeit wird viel über Inklusion geredet, wir haben sie gelebt”, sagt Ruth Rebière, Projektleiterin am Anne-Frank-Gymnasium. Gefördert wird das Projekt über das NRW-Landesprogramm „Kultur und Schule” und aufgeführt im Rahmen der Schultheatertage, Ruth Rebière und ihre Kollegin Sarah Sommer von der Johannes-Kepler-Schule übernehmen die künstlerische Leistung.

Über ein Jahr haben sich die Projektteilnehmer der beiden Schulen getroffen und über Probleme gesprochen, die Jugendliche mit einer Beeinträchtigung beschäftigen. Diese Begegnungen haben die sie mit der Kamera festgehalten: Traurige Reaktionen von anderen Jugendlichen, die Schwierigkeiten im Alltag und Freude und Ängste vor dem Schulbesuch einer Regelschule.

In kleinen Theaterszenen erzählten die Schülerinnen und Schüler von einem Leben mit ihrer Beeinträchtigung, führten den Touristen auf einem Aussichtspunkt die Schönheit der Natur „vor Augen” und ließen zwei Freiwillige mit einer Simulationsbrille den Restaurantbesuch - inklusive Schwierigkeiten mit Speisekarte und Wechselgeld - proben. Nach einer Geschichte, „die so oder so ähnlich stattgefunden hat” erzählten die jungen Schauspieler vom Schulleiter Gnadenlos, dessen Regelschule „für Blinde gar nicht ausgestattet ist” und ein Mädchen mit Sehbehinderung wieder nach Hause schickt.

Das Mädchen und ihre Mutter verlassen die Schule, aber nicht ohne Schulleiter Gnadenlos die Brille abzunehmen, sodass er sich in seinem eigenen Büro nicht mehr zurechtfindet.

Es wird um eine kleine Spende gebeten

Die Inszenierung ist am Freitag, 15. Juni, um 19 Uhr, in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums zu sehen. Es wird um eine Spende für die Musiker gebeten.

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