Aachen - Ein Schreibtisch, den man aufräumen muss

Ein Schreibtisch, den man aufräumen muss

Von: Ronja Schwabe
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Verleihung des „Rosenberger D
Verleihung des „Rosenberger Designpreises” zur Ausstellungseröffnung: Handwerkskammer-Präsident Dieter Philipp mit den Preisträgern Peter Jorias, Max Möllenbrink, Michael Dumke, Vera Huhn und Bank-Vorstand Franz-Wilhelm Hilgers (von links).

Aachen. Handwerk und Design gehören einfach zusammen, schließlich will ein Tisch nicht nur praktisch sondern auch ansehnlich gestaltet sein. Und nirgendwo wird dieses Zusammenspiel deutlicher als bei den Abschlussarbeiten der 22 Absolventen der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg.

Drei von ihnen wurden jetzt erstmals mit dem Rosenberger Designpreis ausgezeichnet. Ihre Werke werden noch bis zum 2. August in der Zentrale der Aachener Bank auf der Theaterstraße ausgestellt.

Den ersten Platz gewann Max Möllenbrink mit seinem Schreibtisch, der nicht nur durch seine optische Erscheinung, sondern auch mit seiner Funktionalität punktete. Die weiße Tischplatte aus Naturholz verleiht seiner Arbeit ein ansprechendes Erscheinungsbild und bietet zudem durch die Faltung in der Tischmitte auch eine Menge praktischen Stauraum. „Ich wollte ein offenes Lagersystem schaffen”, sagt der 26-Jährige. „Außerdem ist man so gezwungen aufzuräumen.”

Aber auch Michael Dumke traf mit seinem Holzboot den Geschmack der Jury, bestehend aus Vertretern der Akademie, der Handwerkskammer und der Aachener Bank. Der gelernte Bootsbauer hat für seine Arbeit Flechtwerk verwendet. „Ich bin ein konstruktiver Typ, deswegen habe ich verschiedene Modelle ausprobiert, bin aber immer wieder bei den Bändern angekommen”, erläutert er sein Konzept.

Auch der Präsident der Handwerkskammer für die Region Aachen, Dieter Philipp, gratulierte den Gewinnern. Er erklärt, wie wichtig die Qualität der Gestaltung bei einem handwerklichen Beruf ist: „Kunden wollen etwas Besonderes, sie wollen individuelle Stücke. Und genau deswegen sind Handwerker auch gleichzeitig Meisterdesigner.” Wie individuell und unterschiedlich die ausgestellten Examensarbeiten sind, wird besonders bei der Arbeit der Drittplatzierten deutlich.

Vera Huhns Werkzeugkasten für Kinder namens „Mach was draus” fällt nicht nur optisch ins Auge, sondern ist auch in seiner Verarbeitung hochwertig. Im Rahmen ihres Nebenjobs in einer Jugendkunstschule fielen der Tischlerin die oft schlechten Materialien in solchen Baukästen auf. „Baukästen sind sehr häufig mit Plastik bestückt, deswegen war mir die Auswahl der Materialien besonders wichtig”, erklärt sie. Sogar die Verpackung des Kastens, um die sich die 27-Jährige liebevoll gekümmert hat, wurde in der Bewertung hervorgehoben.

Ein neues Gütesiegel

Für die drei Gewinner gab es neben der Auszeichnung auch ein großzügiges Preisgeld von 1000 beziehungsweise zwei Mal 500 Euro obendrauf. Dies ermöglicht die Aachener Bank, die den Rosenberger Wettbewerb finanziell unterstützt. Künftig soll der Designpreis jährlich verliehen und - hoffentlich - als ein neues Gütesiegel im Handwerk etabliert werden. Alle Beteiligten freuen sich über die tolle Möglichkeit, die Arbeiten so zentral ausstellen zu können und hoffen auf ein reges Interesse der Aachener.

Die Ausstellung der Akademie-Absolventen läuft bis zum 2. August in der Zentrale der Aachener Bank, Theaterstraße 5, montags bis donnerstags von 8.30 bis 16.30 Uhr und freitags von 8.30 bis 15.30 Uhr.
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