Ein prächtiges Schloss für den Marienschrein

Von: Martina Stöhr
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Das Schloss für den Aachener Marienschrein ist außergewöhnlich gut gelungen. Darüber freuen sich die Stifter Michaela und Michael Wirtz, Gold- und Silberschmied Thomas Zintzen sowie Dompropst Helmut Poqué (von links). Foto: Harald Krömer

Aachen. „Wir freuen uns, dass uns das Los zugedacht wurde“, sagen Michael und Michaela Wirtz, die Stifter des Schlosses für den Aachener Marienschrein. Voller Stolz haben sie das Kleinod jetzt Dompropst Helmut Poqué übergeben.

Der Gold- und Silberschmied Thomas Zintzen hat mehr als 200 Stunden daran gearbeitet, nun ist das Schloss fertiggestellt und kann in den nächsten Wochen in der Domschatzkammer bewundert werden.

Für das Ehepaar Wirtz ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Sie hatten lange warten müssen, bevor ihnen die Ehre zuteil wurde, ein Schloss für den Marienschrein gestalten zu dürfen, erzählen die beiden. Zweimal sieben Jahre um genau zu sein. Von Beginn an stand fest, dass sie die Himmelscheibe von Nebra auf dem Schloss sehen wollten. Sonne, Mond, Sterne und Tierkreiszeichen zieren jetzt die eine Seite des Kleinods. Auf der Rückseite finden sich die Wappen des Bistums Aachen, des Domkapitels und der Stadt Aachen. Zusätzlich wurden zwölf Tansanite und 45 Blauachate eingearbeitet.

Das kostbare Stück wird am 30. Juni den Marienschrein wieder verschließen, in dem die Reliquien der Heiligtumsfahrt aufbewahrt werden. Sieben Jahre lang wird es dort im Verborgenen hängen, bevor es dann wieder aufgebrochen wird.

In der Domschatzkammer sind auch Schlösser aus den vergangenen Jahren der Heiligtumsfahrt zu sehen. In den Anfängen waren sie eher schlicht, im Laufe der Jahre wurden sie immer prunkvoller. Das neue blau-goldene Schloss für den Marienschrein kann sich dabei im Vergleich sicher sehen lassen. „Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament“. Dieser Auszug aus einem Psalm Davids ist ebenso eingraviert wie das Leitwort der Heiligtumsfahrt: „Zieh in das Land, das ich dir zeigen werde.“

Mitte Juni soll es erstmals eine Publikation über die Schlösser des Marienschreins geben. Das Thema hat Pfarrer Christoph Stender und Michael Lejeune so sehr fasziniert, dass sie sich an die Arbeit machten.

„Das Thema Öffnen und Verschließen hat uns dabei ganz besonders in den Bann gezogen“, meint Pfarrer Stender. Das lasse sich auf die Menschen und die Gesellschaft übertragen.

Der Leser wird entsprechende Betrachtungen in dem Buch finden. Berücksichtigt werden dabei auch die Gedanken des Ehepaars Wirtz.

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