Ein Ort, an dem Bäume friedlich sterben sollen

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
schwedenparkbu
Grüne Oase im Betondschungel: Seit Jahrzehnten setzt sich das Ökologiezentrum für den Erhalt des Schwedenparks an der Brabantstraße ein. Um eine andere Nutzung des Areals ranken sich Gerüchte. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ja, Birgitta Hollmann sind die Bäume ans Herz gewachsen. Ein paar davon seien sogar Naturdenkmäler, sagt die Geschäftsführerin des Ökologiezentrums Aachen. Und dann zeigt sie auf den alten Ahorn, die knorrige Rosskastanie.

„Wir wollen diesen Wildwuchs”, sagt Hollmann. Für seinen Erhalt kämpfen sie und ihre Mitstreiter vom Ökologiezentrum bereits seit Jahrzehnten.

Schwedenpark heißt das kleine Stück Natur, das sich wie ein grüne Oase aus dem umgebenden Betondschungel erhebt. Direkt an der Brabantstraße liegt es, ein verrosteter Gitterzaun soll für seinen Schutz sorgen.

Dass dennoch Bäume gefällt wurden, ist in einer Ausnahmegenehmigung begründet. Die Standsicherheit der Gewächse sei beeinträchtig, deswegen fällte der Fachbereich Umwelt eine Entscheidung und mit ihr die Bäume.

Für Hollmann ist das zwar nicht erfreulich, aber zumindest okay. Weil die Begründung nachvollziehbar ist. Dass sie sich gemeinsam mit Hans van Eys und Christian Busse vom Ökologiezentrum die Fällaktion ganz genau anschaute, war eine Vorsichtsmaßnahme.

Nicht mehr als unbedingt nötig sollte schließlich der Säge zum Opfer fallen. „Wir haben beständig Angst, das der Park als solcher zerstört wird”, sagt Hollmann.

Das liegt daran, dass sich um das rund einen halben Hektar große Areal nicht nur das Efeu, sondern auch die Gerüchte ranken. Seit Jahren gibt es Überlegungen, wie der Schwedenpark anders genutzt werden kann.

Aktuell gehört das Grundstück der Stadt und Birgitta Hollmann hat einen Vorschlag, was in Zukunft geändert werden soll: „Der Park muss wieder zugänglich gemacht werden, besonders für Kinder.” Die Interessen des Ökologiezentrums seien nämlich nicht zuvorderst naturschützerische.

Ihnen gehe es vielmehr darum, den Schwedenpark als Erlebnisraum zu erhalten. Kinder hätten schließlich nirgendwo sonst in Aachen mehr die Möglichkeit, den Kreislauf des Lebens kennen zu lernen, sagt Birgitta Hollmann. Und in diesem bilde ein sterbender Baum eben einen elementaren Bestandteil. Wenn er auf natürlich Weise das Zeitliche segnet, wohlgemerkt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert