Aachen - Ein neues Tor für den Aachener Campus

Ein neues Tor für den Aachener Campus

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Campus Foto: Steindl
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Campus

Aachen. Es ist ein buchstäblich herausragender Bau. Auf einem künstlichen Plateau ragt ein Kubus von sieben Stockwerken in den Himmel, die lichte Struktur mit der Edelstahlhaut erinnert nicht nur Günther Schuh an das Pariser Hochhausensemble „La Défense“.

 Er spricht von einer „grandiosen Einflugschneise“ für den Campus, denn an dessen nördlichem Ende wird der Kubus errichtet. Er soll damit zu einer Art Tor zur Forschungslandschaft werden.

Es ist das dritte Gebäude des Clusters Medizintechnik, das erste dieser drei, das von einem privaten Investor finanziert wird. Am Dienstag wurde bekanntgegeben, dass sich die A. Frauenrath Bauconcept GmbH, Teil der Heinsberger Unternehmensgruppe Frauenrath, in einem europaweiten Auswahlverfahren den Zuschlag gesichert hat.

Unter den fünf Entwürfen, die nach einer Vorauswahl näher betrachtet wurden, konnten sich die Heinsberger mit dem Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros „sop“ durchsetzen. „Es wird der fulminanten Bedeutung des Themas Medizintechnik gerecht“, sagt Campus-Geschäftsführer Schuh.

2011 hatte mit dem ersten Forschungsbau für die Medizintechnik der Bau des Campus so richtig begonnen. Mittlerweile ist auch ein zweites Gebäude (Center for Biohybrid Medical Systems CBMS) der Medizintechnik, einem von sechs sogenannten Startclustern des Milliardenprojekts, auf den Weg gebracht. Der Frauenrath-Kubus ist bereits Bau Nummer drei, begonnen wird Anfang 2016, ein Jahr später soll alles fertig sein. Investiert werden 19,5 Millionen Euro, entstehen wird das LWG, das Lehr- und Weiterbildungsgebäude der Medizinischen Fakultät der RWTH.

„Der Campus läuft und läuft und läuft – und er ist nicht mehr aufzuhalten. Das war so nur von den größten Optimisten vorherzusehen“, kommentiert Oberbürgermeister Marcel Philipp die Fortschritte – an allen Ecken und Enden des Campus laufen aktuell Bauarbeiten.

Das LWG wird eine Art Lernkrankenhaus sein, in dem Studenten wie Professoren gleichermaßen aus- und weitergebildet werden. Das Lehrkonzept an der RWTH wird europaweit gerühmt, allerdings verteilte sich die Ausbildung bislang auf eine ganze Reihe von Standorten. Das LWG ergibt also Sinn. Auf 6500 Quadratmeter ist ausreichend Raum für ein Trainingszentrum mit Demonstrations-Operationssaal, einen Saal für bis zu 400 Personen und jede Menge Lernräume – die sich um ein luftiges Atrium gruppieren. Bis zu 1200 Leute finden gleichzeitig Platz. „Dieses Gebäude ist ein Riesenschritt nach vorne“, erklärt Thomas Schmitz-Rode, Leiter des Clusters und Direktor des Instituts für Angewandte Medizintechnik.

Die „sop“-Architekten um Geschäftsführer Wolfgang Marcour packen alles unter eine metallisch glänzende Haut – aus Edelstahl. Viel Glas sorgt für Transparenz. „Es wird ein selbstbewusstes, starkes Gebäude“, verspricht Marcour, dessen Düsseldorfer Büro unter anderem die Esprit-Arena (das Düsseldorfer Stadion) und das Eon-Hochhaus in Essen verantwortet. Der Weg zum LWG war dabei lang und steinig. „Wir mussten nicht nur eine Klippe, sondern gleich mehrere Klippen umschiffen“, berichtet René Tolba, zuständiger Dekanatsbeauftragter für das Projekt.

Ein Problem war einmal mehr, dass es in Deutschland normalerweise nicht vorgesehen ist, dass private Investoren für öffentliche Hochschulen bauen und die wie auch Firmen gleichermaßen Mieter werden. Tatsächlich wurde der Wettbewerb für das LWG bereits im Juni 2011 eröffnet. Die Campus-Verantwortlichen wie auch die Investoren, die mitmischen wollten, mussten also langen Atem beweisen.

Rückkehr

Für Gereon Frauenrath und sein Unternehmen wird der Bau des LWG eine Art Rückkehr. Die Heinsberger haben bereits auf dem Campus gearbeitet, Kanäle und Versorgungsstraßen eingerichtet. Nun treten sie als Hochbauer auf den Plan. Andere potenzielle Investoren hatten diesmal das Nachsehen. Doch Günther Schuh verspricht: „Auf dem Campus gibt es noch viel zu bauen.“

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