Ein neues Kreuz für Heilig Kreuz

Von: Kathrin Albrecht
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Ab nach oben: Die Pfarrer Claus Wolf (l.) und Franz-Josef Radler „verabschieden“ das neue Kreuz und den Wetterhahn vor deren Reise zum Bestimmungsort – der 67 Meter hohen Turmspitze von Heilig Kreuz. Foto: Michael Jaspers
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Auf ihn kommt es an: Dachdecker Ralf Krings und sein Team sorgten dafür, dass das 4,90 Meter hohe Kreuz wohlbehalten auf die Kirche kommt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ein Kirchturm ohne Kreuz, das wirkt irgendwie unvollständig. Gerade in einem Viertel, welches das Kreuz auch im Namen trägt. Gut zwei Jahre lang war der Turm der Kirche Heilig Kreuz in der Pontstraße ohne Kreuz, jetzt soll sich dieser Zustand ändern.

Doch bevor Dachdecker Ralf Krings und seine Kollegen das Kreuz an seinen alten Platz bringen, bauen sie es erst einmal provisorisch zusammen, damit es noch ebenerdig seinen Segen erhalten kann. Nachbarn und Gemeindemitglieder sind gekommen, um diesen besonderen Moment zu erleben, auch aus dem benachbarten Pfarrkindergarten haben sich kleine Zaungäste eingefunden.

„Die Kinder kennen den Turm eigentlich nur eingerüstet und hören die Baugeräusche“, erzählt Erzieherin Regina Thönißen. „Jetzt können sie auch mal sehen, dass sich am Turm etwas tut.“

Auch die Pfarrer Franz-Josef Radler und Dr. Claus Wolf sind gekommen. Beide leiten die Pfarrgemeinschaft Franziska von Aachen, zu der die Gemeinde Heilig Kreuz gehört. Vor fünf Jahren musste Krings schon einmal nach oben, um das alte Kreuz zu sichern. Korrosionsschäden und Wassereinsickerungen hatten den Wetterhahn und die Holzkonstruktion, auf der das Kreuz verankert ist, beschädigt.

Im September 2012 wurde das Kreuz abgenommen, um es zu sanieren. Doch schnell entschied man sich dafür, ein komplett neues Kreuz anzufertigen, erzählt Architekt Mathias Paulssen. Mit einem Querschnitt von 1,50 Metern ist es etwas breiter als das alte Kreuz, das etwas abseits auf einem Lkw liegt. Der starke Rostbefall lässt erahnen, welchen Kräften es auf der Kirchturmspitze ausgesetzt war.

Auch der Wetterhahn bekam eine Generalüberholung. Die Eisenstange, mit der er auf dem Kreuz befestigt war, hatte sich regelrecht mit dem Kreuz verbacken, der Hahn drehte sich nicht mehr im Wind. Eine neue Stange aus Kupfer soll das verhindern. Den staunenden Kindern erklärt Paulssen, dass eine Glasmurmel das Kugellager bildet, das Wetterhahn und Kreuz verbindet.

Als Andenken dürfen sie sogar eine Murmel behalten. „Wenn Ihr in einigen Wochen oder vielleicht sogar Jahren an diesem Turm vorbeigeht, werdet Ihr euch immer an diesen Tag erinnern“, sagt Pfarrer Wolf, „weil ihr gesehen habt, wie groß das Kreuz und der Hahn in Wirklichkeit sind – was von unten ganz klein wirkt.“

Per Aufzug auf 67 Meter Höhe

Dann spricht er die Segensworte und benetzt das Kreuz mit Weihwasser. Dann wird wieder umgebaut, damit das 4,90 Meter hohe und einige hundert Kilogramm schwere Kreuz sicher mit dem Lastenaufzug auf den 67 Meter hohen Turm gelangt. Für die Arbeiten, die dann folgen, müssen Ralf Krings und seine Kollegen ziemlich schwindelfrei sein. Unter anderem muss die große Kugel, die die Verankerung von Turmspitze und Kreuz verkleidet, neu angepasst und abgedichtet werden, um erneutes Eindringen von Wasser zu vermeiden.

Etwa 5000 Euro kosteten die reinen Sanierungsarbeiten am Kreuz. Die 1902 erbaute Kirche ist in den vergangenen Jahren in mehreren Schritten saniert worden. Zunächst wurden der Dachreiter und das Chorgewölbe saniert. Am Kirchturm wurden die Fugenschäden behoben. Wenn die Spitze fest verankert ist, wird der Turm gereinigt und das Gerüst Stück für Stück wieder abgebaut. „Das dauert einige Zeit, bei hunderten Tonnen Gerüst“, meint Paulssen. In einem letzten Schritt werden die Seitenschiffe saniert.

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