Ein neuer Altar für die Chorhalle des Doms

Von: Julia Groebbels
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In der Chorhalle des Doms steht wieder ein Petrusaltar: Das freut (v.l.) Manfred van Holtum, Dr. Herta Lepie, Prof. Ulrich Hahn und Domprobst Helmut Poqué. Foto: Michael Jaspers

Aachen. In der Chorhalle des Aachener Doms steht wieder ein Petrusaltar: Der Aachener Bildhauer und Architekt Prof. Ulrich Hahn hat den schlichten, schmucklosen, blockförmigen Altar aus römischem Travertin – einem hellen Stein – geschaffen. „Der Petrusaltar hat immer schon zum Karlsschrein gehört und heute wird nun endlich wieder zusammengebracht, was zusammengehört“, so Dompropst Monsignore Helmut Poqué. In der Tat reicht die gemeinsame Geschichte von Petrusaltar und Chorhalle weit in die Vergangenheit zurück.

Anfang der 1970er Jahre wurde der Choraltar vor dem Karlsschrein von dem Ort entfernt, den er bereits vor Vollendung der Chorhalle im Jahre 1414 gehabt hatte. „Im zweiten vatikanischen Konzil wurde damals beschlossen, dass es keine Einzel- oder Stiftungsaltäre mehr geben sollte“, so Generalvikar Manfred von Holtum. Aufgrund einer damals eingeleiteten Expertise, habe man sich in Aachen dazu entschlossen, nur den Maria geweihten Altar an seinem Standort zu belassen. Nach einer kürzlich angestellten neuen Expertise, die im Zusammenhang mit dem 600-jährigen Bestehen der Chorhalle angestoßen wurde, sei man allerdings zu dem Entschluss gekommen, dass die Chorhalle als eigenständiger Kirchenraum durch einen eigenen Altar eine neue Nutzung erfahren könne. „Unsere Hoffnung ist, dass wir die Frühmesse, die um sieben Uhr stattfindet hier abhalten können“, so von Holtum. Die Chorhalle bietet insgesamt 44 Menschen Platz, was für die Frühmesse durchaus ausreichend sei. Ein Stundengebet des Stiftskapitels könne man sich nun in der Chorhalle ebenfalls vorstellen. Auch bei der diesjährigen Heiligtumsfahrt wird dem Petrusaltar eine bedeutende Rolle zukommen. Auf ihm wird das Marienbild stehen.

Die Idee zur Wiederaufstellung eines Petrusaltares hatte die Kunsthistorikerin Dr. Herta Lepie bei einer Domführung mit dem Schwerpunkt Chorhalle. „Ich empfand die Chorhalle als säkularisierte, leere Hülle für einen gläsernen Schrein und bedauerte es sehr, dass hier kein Gottesdienst mehr stattfinden sollte“, so Lepie. So entschloss man sich schnell, einen Bildhauer zu beauftragen, einen Entwurf für den Altar anzufertigen. Auch ein Sponsor für 23.500 Euro teuren Altar wurde schnell gefunden. Nach einem anonymisierten Auswahlverfahren wurde dem Aachener Bildhauer und Architekten Professor Ulrich Hahn die Ehre zuteil, den Altar zu entwerfen. „Mein Ansatz war es, das Gotteshaus in seinen wesentlichen Aspekten zu spiegeln“, so Hahn.

Dabei orientierte er sich stark an den durch das Oktogon und die Achsen der Chorhalle vorgegebenen mathematischen Richtwerten, um den Altar in der „liturgischen Mitte“ zu positionieren. Römischer Travertin steht als Massivmaterial für den Begriff des Felsens, der wiederum bildlich für Petrus steht. Die Herkunft des Materials soll auf Rom verweisen, wo Petrus den Grundstein für die christliche Glaubenspraxis legte. „Als hellstes Objekt in der Chorhalle fängt der Altar in seiner zentralen Position bei Gottesdiensten das ständig wandernde, farbige Morgenlicht der Chorhallenfenster auf und bringt deren Farbenspiel auf ruhigen Flächen festlich zur Wirkung“, so Hahn. Ausgiebig bewundern können Interessierte den Altar im Rahmen der Festwoche „Haus aus Licht“ anlässlich der 600-Jahrfeier der Chorhalle vom 7. bis zum 14. September.

Weitere Informationen unter www.chorhalle-aachendom.de oder in den kostenlosen Broschüren der Dominformation.

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