Ein Netz spannt sich über Aachen-Nord

Von: Thorsten Karbach
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Ein Blick ins Viertel: Die Bogenhalle auf dem alten Schlachthofgelände soll wieder mit Leben gefüllt werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ein Netz gibt es jetzt schon in Aachen-Nord. Aber eines, das man nicht sieht, von dem man aber sehr viel hört. Stadtverwaltung und Akteure vor Ort haben des geknüpft, um gemeinsam das Viertel nach vorne zubringen. Und dafür bekommen sie in den nächsten zehn Jahren 13 Millionen Euro.

Aachen-Nord ist zur Stadtteilerneuerung in das Förderprogramm „Soziale Stadt” aufgenommen worden - wir berichteten. Und nun brüten städtische Planer und Vertreter von Einrichtungen vor Ort oder der IG Aachener Portal über Ideen und Konzepten. „Hier gibt es hohes Potenzial”, sagt Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Hohe Arbeitslosigkeit

Doch es gibt eben auch einen hohen Migrantenanteil (jeder vierte hat keinen deutschen Pass), eine hohe Arbeitslosigkeit (doppelt so hoch im städtischen Durchschnitt, heruntergekommene Bausubstanz, sanierungsbedürftige Gewerbeflächen und im städtischen Sozialentwicklungsplan den Vermerk „Förderbedarf hoch” - kurz gesagt: viel zu tun.

Nach dem Ostviertel samt Rothe Erde ist Aachen-Nord das zweite städtische Erneuerungsgebiet. In Aachen-Ost waren ebenfalls mehr als zehn Millionen Euro investiert worden. Es gab viele Projekte, der erhoffte Aufschwung für das Viertel blieb aber aus.

„Daraus haben wir gelernt. Wir haben gelernt, dass wir uns ganz eng mit den Akteuren vor Ort vernetzen müssen. In Aachen-Ost müssen wir nachbessern. Unser Ziel muss es sein, Aachen-Nord nachhaltig nach vorne zu bringen”, sagt Dezernentin Gisela Nacken.

Die Vernetzung sei bereits im Gange, erste Projekte werden auf den Weg gebracht, im Herbst 2011 sollen laut Philipp Ergebnisse für die 15.500 Menschen in Aachen-Nord sichtbar werden. Wenn sie denn wollen, denn nach den „Akteuren” gilt es auch die Bürger für die „Soziale Stadt” zu begeistern.

Stadtteilbüro wird eingerichtet

Dafür wird als zentrale Anlaufstelle wie in Aachen-Ost ein Stadtteilbüro eingerichtet, das auch den Kontakt vor Ort pflegt. Neben dem Geld für die größeren Projekte gibt es auch wieder einen Topf für die schnelle, kleine Förderung -Êmit Summen bis zu 10.000 Euro. So könne Kultur und Bildung aber auch das eine oder andere Stadtteilfest unterstützt werden.

In Werkstätten, Bürgergesprächen und Einzelinterviews sollen die Vorstellungen der Menschen in Aachen-Nord weiter abgefragt werden. „Wir müssen uns zielorientiert mit den Problemen vor Ort auseinandersetzen”, sagen Co-Dezernent Dr. Manfred Sicking und Dieter Begaß, Fachbereichsleiter der städtischen Wirtschaftsförderung.

Es gelte auch, weitere Fördermittel für den Norden zu gewinnen. Und die Politik müsse auch verstärkt auf das Viertel schauen. Die Vernetzung in Aachen-Nord sei da, aber noch längst nicht abgeschlossen.
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