Ein Motivator verlässt die Hauptschule Kronenberg

Von: Sarah Siemons und Joline Zaunbrecher
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Musste in seiner Prüfung auch Kettcar fahren: Schulleiter Norbert Koll wurde gebührend verabschiedet. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Nach fünfzehn Jahren an der GHS Kronenberg hat sich Schulleiter Norbert Koll in den Ruhestand verabschiedet. Es hätte ein Tag voller trockener Reden und langatmigen Ausführungen der geladenen Gäste werden können. Doch bereits auf dem Schulhof wurde deutlich, dass sich Lehrer und Schüler Gedanken gemacht hatten, um Koll einen gebührenden Abschied zu bereiten.

Dass der 63-Jährige in seiner Wirkungszeit bleibenden Eindruck hinterlassen hat, bekam er bereits in den frühen Morgenstunden zu spüren. Denn zu seiner großen Überraschung wurde er von einer weißen Luxuslimousine abgeholt, die ihn zum Kronenberg brachte. Dort wurde er von den 300 Schülerinnen und Schülern empfangen, die mit Blumen einen Spalier bildeten.

Danach musste Koll, der insgesamt über vierzig Jahre an Hauptschulen tätig war, seine ganz persönliche Abschlussprüfung absolvieren. Neben einer Mathematikaufgabe, einem Kettcar-Parcours und einem „Insider-Wissensquiz” stand auch ein Namen-Memory und Schreibtisch-aufräumen auf dem Programm.

Eine enge Verbindung

„Das außerordentliche Engagement der Schülerinnen und Schüler im Voraus spricht für die enge Verbindung, die sie zu ihrem Lehrer und Rektor aufgebaut haben”, sagt Judith Vogels, SV-Lehrerin der GHS. „Norbert Koll ist sehr humorvoll und menschlich. Seine Tür stand für alle immer offen”, beschreibt sie ihren Chef, der den ganzen Trubel um seinen Abschied erst noch verdauen muss. „Ich kriege das alles im Moment noch gar nicht verarbeitet” gesteht er. Auf die Frage, wie Norbert Koll sich an solch einem Tag fühle, antwortet er verlegen: „Das weiß ich noch gar nicht.”

In der offiziellen Verabschiedung rundeten Tänze, musikalische Beiträge sowie Grußworte von den Kollegen, Stadtdirektor Wolfgang Rombey, Schülersprecher Anton Hetzel und vielen anderen, ab. „Ich habe Herrn Koll als einen Gestalter, einen Ideengeber, einen Motivator und einen Mann des Dialogs kennengelernt”, erklärte Rombey. „Er ist ein an der Sache und am Ergebnis orientierter Mensch”. Und dieser wurde in der Aula der Hauptschule gefeiert. Allerdings „mit einem lachenden und einem weinenden Auge”, wie es Konrektorin Helga Pennartz beschrieb.

Das war auch Leitspruch der Verabschiedung „Wenn unser Chef aus dem Amte scheidet, weiß er wie sehr ein jeder leidet...”
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