Ein Mosaikstein mitten im Wandel

Von: Thorsten Karbach
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Petra Kloesges
Petra Kloesges

Aachen. Zuletzt hatte Aachen bleibenden Eindruck hinterlassen bei Petra Klösges. Aachen insgesamt, aber vor allem die glänzenden Mosaiken in der Domkuppel beeindruckten die Mönchengladbacherin.

Nun gibt es einen Raum an ihrer neuen Arbeitsstätte, da kann sie zumindest das Äußere des Aachener Doms bewundern. Ganz oben im Schulhaus des Paul-Julius-Reuter-Berufskollegs an der Beeckstraße.

Seit Beginn des Schuljahres leitet Klösges das 2000-Schüler-Kolleg. „Mich hat die Aufgabe gereizt, hier kann ich meine Erfahrungen bündeln”, sagt die 59-Jährige. Sie ist die Nachfolgerin von Peter Kremer. Klösges stammt aus Mönchengladbach, hat dort an der Fachhochschule und später an den Universitäten in Hamburg und Köln Betriebswirtschaftslehre studiert, ist Diplom-Kauffrau und Diplom-Handelslehrerin. Sie war Referendarin in Wuppertal, dann in Erkelenz, später Studienrätin am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Rheydt-Mülfort. Vergangenheit.

Petra Klösges ist vielmehr eine Frau, die im Hier und Jetzt steht. Und das ist denkbar spannend. „Ich bin noch in der Kennenlernphase, entdeckte jeden Tag Neues. Ich versuche, so schnell wie möglich alles zusammenzuführen”, erzählt sie, berichtet von Gesprächen mit Schülern, Lehrern, Partnern, Betrieben, Kammern. „Ich bin zuversichtlich, dass wir alle die Schule voranbringen.”

Klösges hat das Bild von einer Schule vor Augen, die mehr ist als ein Ort, an dem Noten und Zeugnissen verteilt werden. Sie hat aber auch schon die ganz alltäglichen Probleme dieses Ortes erkannt. Die Raucher auf der Straße (siehe Infokasten) beispielsweise. Oder die Parkplatznot der Lehrer in den Innenstadtstraßen. Seit 30 Jahren ist sie im Schuldienst, im Bereich Groß- und Außenhandel wird sie weiter unterrichten.

Die 59-Jährige hat miterlebt, wie sich gerade die Berufskollegs verändert haben. Das Paul-Julius-Reuter-Kolleg besteht aus einem Vollzeitbereich mit sechs Bildungsgängen und dem größeren Teilzeitbereich - der klassischen Berufsschule. 93 Lehrer umfasst das Kollegium, damit seien etwa 90 Prozent der Stunden gedeckt. Fremdsprachen-, Medien-, Kommunikations-, Euregio- und interkulturelle Kompetenz sollen dabei speziell vermittelt werden, so steht es im Schulprogramm. „Wir wollen unsere Schüler fit machen für den europäischen Arbeitsmarkt. Das bringt der Standort Aachen einfach mit sich”, formuliert Klösges und verweist auf rege frequentierte Auslandspraktika.

Alles sei an so einem Berufskolleg ständig in Bewegung. Neue Berufsbilder entwickeln sich, neue Anforderungen an die Berufsschule werden gestellt. „Die größte Veränderung ist dabei, dass sich die Schule nach außen geöffnet hat. Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperationspartnern ist groß”, erklärt die Schulleiterin.

Gemeint sind vor allem die Ausbildungsbetriebe der Berufsschüler. Nicht geändert hat sich dagegen das Achselzucken, mit der oftmals ihrer Schulform begegnet wird: „Vielen ist nicht bewusst, was ein Berufskolleg eigentlich macht. Dabei leisten wir einen großen Beitrag zur Durchlässigkeit des Bildungssystems.” Denn an einem solchen Kolleg ist eine ganze Fülle von Schulabschlüssen bis hin zur allgemeinen Hochschulreife (also dem Vollabitur) möglich. Eine gymnasiale Oberstufe gibt es aber nicht, die Abiturienten vor der
Beeckstraße haben vorher schon eine Ausbildung gemeistert. Und sind entsprechend motiviert.

Auch davon spricht Schulleiterin Klösges. Und dann denkt sie an die Domkuppel und sagt: „Ich möchte, dass diese Schule ein unverzichtbarer Mosaikstein in der Schullandschaft dieser Stadt wird.”
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