Aachen - Ein Mann, der Aachens Entwicklung prägt

Ein Mann, der Aachens Entwicklung prägt

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Blickt auf 80 erfüllte Lebensjahre zurück: Dr. Heinz Malangré feiert am Sonntag Geburtstag. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Entscheidend und in vielfältiger Form hat Dr. Heinz Malangré die Geschicke und die Entwicklung Aachens in den vergangenen Jahrzehnten mitgeprägt.

Sei es als Präsident der Industrie- und Handelskammer Aachen (1981 bis 1997), Geschäftsführer der Vereinigten Glaswerke St. Gobain und Finanzdirektor ihrer deutschen Firmengruppe, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Glasindustrie, Vorsitzender des Verwaltungsrates des TÜV Rheinland, geschäftsführender Gesellschafter des Einhard-Verlages sowie als langjähriger Leiter des Musikkreises St. Aposteln. Wobei diese Führungsaufgaben nur einen Teil seiner ihm übertragenen Verantwortungsbereiche widerspiegeln. Morgen, Sonntag, vollendet Dr. Heinz Malangré sein 80. Lebensjahr.

„Ich fühle mich heute als Privatmann und Ruheständler”, sagt der Jubilar. Mehr Zeit gebe es nun für die Bücher seiner Bibliothek, die CD- und Schallplattensammlung, den Freundeskreis, vor allem aber für die Familie. Seit 55 Jahren ist er mit Gattin Thesi verheiratet. Sie haben vier Töchter, drei Schwiegersöhne und neun Enkel. „Gemeinsam verbringen wir unsere Ferien am Bodensee, wobei in diesem Jahr unsere älteste Enkelin dort auch heiraten wird”, erzählt das stolze Familienoberhaupt.

Seine „Thesi” hatte der Jubilar in der Pfarrjugend kennengelernt. „Wir gehörten beide dem Singekreis an, waren gemeinsam im Tanzkränzchen und schließlich folgte die junge Liebe”, schmunzelt der Jubilar. Für Heinz Malangré stand fest: schnell Jura und Betriebswirtschaft studieren und dann Thesi heiraten. Ursprünglich hatte er Kapellmeister werden wollen, sein Bruder Kurt hingegen Sänger. „Wir kommen aus einer sehr musikalischen Familie. Unser Vater spielte Klavier, Orgel und Cello. Er hat uns seine Begabung vererbt”, erzählt er. Dennoch drängte der Vater, zunächst einen Plan B als Berufsziel anzusteuern. Heute ist Malangré dankbar dafür. „Ich musste nicht Musik machen, sondern ich durfte es, spielte im Musikkreis St. Aposteln Orgel und leitete den Chor”. Als Wirtschaftsprüferassistent war der Jubilar nach abgeschlossenem Studium ins Berufsleben eingestiegen, wurde später bei den Vereinigten Glaswerken Geschäftsführer, dann Finanzdirektor der deutschen Saint-Gobain-Gruppe. Nach 30 Jahren wechselte er sein Metier und wurde Verleger. „Bereits bei Bischof Hemmerle war ich Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken. Ich freute mich, beim Einhard-Verlag auch beruflich eine Bindung zur Kirche zu haben”, hält er Rückschau. Längst ist aus dem Verleger selbst ein Buchautor geworden. Seine Bücher fundieren auf eigenem Erleben. Hatte er sich bereits in seiner Dissertation zum Thema: „Die Strafen der Aachener Gerichte in Reichsstädtischer Zeit” mit Aachens Vergangenheit befasst, so erschien 2005 sein Buch: „Aus Trümmern zur Europastadt - Aachen von 1945 bis 2005”, in dem er als Zeitzeuge den Wiederaufbau bis hin zur Gegenwart beschreibt.

Gerade erschien zusammen mit Heinz Laschet eine Festschrift für Msgr. Heribert August. So gut wie fertig ist bereits das nächste Buch: „Blicke auf Europa - Von der Antike bis zum Vertrag von Lissabon”.

Ein Ruheständler ist Heinz Malangré also durchaus noch nicht, denn da gibt es auch weiterhin seine zweimal jährlich stattfindenden Vortragsabende über Chorwerke, die sich großer Besucherzahlen erfreuen. Welche Bilanz zieht der Jubilar über sein erfülltes Leben? Die Antwort ist kompakt: Eine gute Familie. Viele Aufbaujahre in der Pfarrgemeinde - besonders in St. Aposteln. Dann, gemeinsam mit der Technischen Hochschule, als IHK-Präsident mitgewirkt zu haben am Strukturwandel Aachens. Als heutiger Ehrenvorsitzender des Verwaltungsrates verweist er auf die ebenso bedeutsame Umwandlung des TÜV Rheinland unter seinem damaligen Vorsitz, von einem halbstaatlichen Prüfunternehmen zu einem weltweit operierenden Ideengeber und Qualitätshüter. Dem nicht genug. Zurückblicken kann er ebenso auf seine erfolgreichen Jahre als Syndikus des Marienhospitals, in denen es zunehmend gelang, aus einer Klinik ein Gesundheitszentrum werden zu lassen.
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