Ein lebhafter Blick auf den toten Winkel

Von: Julie Krickel
Letzte Aktualisierung:
Lernen die Gefahren im Straße
Lernen die Gefahren im Straßenverkehr kennen: Die Grundschüler vom Höfling. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Im Rahmen der Kampagne „FahrRad in Aachen”, welche die Stadt 2008 ins Leben gerufen hat, wurde in den zweiten Klassen der Grundschule Am Höfling das Mobilitätsprojekt „Toter Winkel” angeboten.

Mitglieder des Serviceclubs Round Table Aachen unterstützten die Umsetzung dieser Aktion zur Verkehrssicherheit. Präsident Thomas Heiliger hielt die Kinder bei Laune, die auf ihren „Einsatz” am Steuer des Fahrschul-Lkw noch warten mussten. Denn alle Kinder standen vor dem Lkw Schlange, um wie der kleine Noah einmal hinter dem Steuer sitzen zu dürfen. Dies war für alle eine beeindruckende Erfahrung, denn vom Lkw-Sitz aus sahen sie plötzlich ihre ganze Schulklasse im toten Winkel verschwinden.

Der Perspektivwechsel

Dass der tote Winkel gerade für Fußgänger und Radfahrer gefährlich ist, lernten die Schüler bereits im Theorieunterricht. Doch erst durch den Perspektivwechsel wurde ihnen das Ausmaß eines toten Winkels für die Verkehrsteilnehmer bewusst gemacht.

Schulleiterin Anita Groß lobte das Engagement aller Beteiligten. Ihr ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler trotz der zahlreichen Gefahrensituationen im Straßenverkehr eine eigenständige Mobilität entwickeln. Dazu gehöre auch die Bekämpfung der Unsicherheit, die Kinder im Straßenverkehr zeigen. Eine Ursache des unsicheren Auftretens sieht Groß darin, dass viele Eltern ihre Kinder jeden Tag mit dem Auto bis kurz vor die Schule fahren. Damit hätten die Kinder gar nicht die Möglichkeit, die Interaktion mit Pkw-, Lkw- und Busfahrern zu erlernen. Wie Dr. Stephanie Küpper, Projektleiterin von „FahrRad in Aachen”, bestätigte, erweisen sich die Schüler bei der Fahrradprüfung in der vierten Klasse häufig nicht als fit für den Straßenverkehr. Deshalb werden nun bereits in Kindergärten und in den ersten Grundschulklassen Mobilitätsaktionen spielerisch umgesetzt.

Wie gut die Theorie durch die praktischen Erfahrungen haften geblieben ist, stellten die Kinder jedenfalls selbstsicher unter Beweis: Alle konnten die vier toten Winkel eines Lkw aufzählen und erklärten, wie wichtig es sei, Blickkontakt zu den Fahrern herzustellen.

Küpper bekräftigt, dass Eltern ihre Kinder ermutigen sollten, den Schulweg auch einmal mit dem Fahrrad zu bewältigen. Denn das Fahrradfahren verbessere die Koordinationsfähigkeit und halte zudem fit.

Die Beteiligten des „Toten Winkels” hoffen in Zukunft „ihre Energien bündeln zu können und dadurch eine Großzahl von Kindern zu erreichen”, so Heiliger.
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