Ein Leben im Dienst des Kunden: Große Trauer um Hans Holland

Von: Bernd Mathieu
Letzte Aktualisierung:
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Der langjährige Inhaber des Restaurants Elisenbrunnen und Betreiber des City Hotel Aquis grana, Hans Holland, ist nun im Alter von 76 Jahren gestorben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Nur wenige wussten, dass und wie krank er war. Und deshalb wirkt diese Nachricht wie ein Keulenschlag ohne jede Vorwarnung. Hans Holland ist gestorben. Man mag nun viele Funktionen, Ämter, seinen Beruf, beeindruckende Indizien für seine spontane und nachhaltige Hilfe aufzählen, und das wird gewiss in diesem Text der Fall sein.

Aber ganz am Anfang stehen der Respekt vor dieser Persönlichkeit, die Erinnerung an einen liebenswerten Menschen und die tiefe Anteilnahme mit seiner Frau Janny.

Niemals aufdringlich

Hans Holland: Das war ein Aachener Gastronom der Extraklasse, einer aus der klassischen Schule der gehobenen Dienstleistung. Sie kam bei ihm auf den leisen Sohlen der Aufmerksamkeit daher und der Verbindlichkeit und gleichzeitigen Distanz, die nie Ausdruck von Ferne, sondern von vorzüglicher Hochachtung war. Diese hohe Kunst, nie auch nur ansatzweise aufdringlich zu wirken und doch gleichzeitig immer sekundenschnell präsent zu sein, beherrschte Hans Holland in Vollendung. Dieser individuelle Stil, die souveräne Haltung und die unverwechselbare Handschrift haben diese Ausnahmeerscheinung geprägt. Er agierte stets im Dienst des Kunden und für das Wohl des Gastes. Sein Charme war ein Gütezeichen seiner Berufsauffassung, jeder Kunde für ihn ein König. Und er selber: eine Autorität.

Prägend im Berufsverband

76 Jahre ist der Aachener Gastronom und Hotelier geworden. Für den in ’s-Hertogenbosch in der Provinz Nordbrabant geborenen Niederländer war Aachen gewiss nicht nur zweite Heimat, sondern der geografische Mittelpunkt seines Lebens – und darüber hinaus gewiss die Stadt seines Herzens und seiner Seele. Von September 1959 bis März 2008 führte er, der legendäre Gastronom, das legendäre Restaurant „Elisenbrunnen“ und viele Jahre mit seinem Bruder Roland auch das City Hotel „Aquis Grana“.

Von 1972 bis 2008 prägte er den Stadtverband Aachen des Hotel- und Gaststättenverbandes. Als Vorsitzender dieser regionalen Dehoga-Gruppe setzte er Akzente für die Stadtentwicklung und ihre Gastfreundschaft, ihr Angebot und ihre Attraktivität für Touristen. Davon zeugen ebenso seine Aktivitäten im Verkehrsverein und in der Industrie- und Handelskammer.

Nie viel Aufheben um sich selber: So lautete eine seiner Devisen. Dass er Heiligabend die Menschen besuchte und beschenkte, die in Krankenhäusern, bei der Feuerwehr oder im Kinderheim arbeiten mussten, war für ihn selbstverständlich, aber nie Anlass für Eigen-Werbung. Dass er Obdachlosen half und Aachen in vielerlei Hinsicht sozial unterstützte, empfand er als seine ganz persönliche Ehrensache.

Seine Gastronomie war urwüchsig, traditionell, auf seriöser Flamme gekocht und wurde stets in warmherziger Atmosphäre serviert. Er liebte nicht das Schicki-micki-Kleinmuster überhitzten Zeitgeistes, und der Arroganz der „High-end-Systemgastronomie“ begegnete er mit der Bodenständigkeit gutbürgerlicher Küche. Er prägte damit eine regelrechte Öcher Ära, die mit einer wesentlichen Zutat verfeinert war: mit Herzblut.

Humorvoll und schlagfertig

1990 erhielt er den „Mullefluppet-Preis“ der Aachener Zeitung für seinen Humor, für seine Schlagfertigkeit, für seine so sympathische Schlitzohrigkeit. So wird er uns in Erinnerung bleiben, dieser liebe Mensch, und dazu gehört auch sein Lieblingssatz, der so viel über ihn und seinen Charakter aussagt: „Was kann ich Ihnen Gutes tun?“ Es war immer sehr viel Gutes. Wir werden es vermissen.

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