Aachen - Ein kleines Implantat bringt große Klarsicht

Ein kleines Implantat bringt große Klarsicht

Von: Hanna Sturm
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Ein nur acht Millimeter großes und neuartiges Implantat bringt Lebensqualität zurück: Jutta Peters wurde von Dr. Stephan Kohnen erfolgreich operiert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Nur acht Millimeter ist das Stück künstliche Regenbogenhaut groß, das Jutta Peters vor zwei Monaten in ihr linkes Auge implantiert wurde. Trotzdem hat dieses winzige Stückchen Silikon ihre Lebensqualität deutlich erhöht. Schließlich hat sie fast 50 Jahre lang mit einem Defekt im Auge gelebt, der sie besonders beim Autofahren beeinträchtigt hat.

„Wenn mir bei Dunkelheit ein anderer Wagen mit Abblendlicht entgegen gekommen ist, war für mich der Lichtkegel beinahe doppelt so groß und sehr unangenehm”, beschreibt die 59-Jährige. Auf lange Fahrstrecken habe sie deshalb aus Unsicherheit immer verzichtet.

Als Kind war ihr Auge durch einen Hundebiss verletzt worden, wobei Hornhaut und Iris beschädigt wurden. „Bei so einer perforierenden Verletzung entsteht eine funktionelle Beeinträchtigung, da Streulicht in das Auge einfällt und so ein Blendphänomen entsteht”, erklärt Dr. med. Stephan Kohnen, Belegarzt für Augenheilkunde am Marienhospital, der Jutta Peter operiert hat.

Zusätzlich war die Verletzung im Auge als schwarzer Fleck auch auf einige Entfernung deutlich sichtbar. „Ich habe ja immerhin 50 Jahre mit dieser Verletzung gelebt und mich notgedrungen damit abgefunden, aber ich wurde schon sehr häufig darauf angesprochen”, erinnert sich Jutta Peter an unangenehme Nachfragen.

Der Augenfarbe angepasst

Deshalb zögerte sie auch nicht, als Dr. Kohnen ihr das Einsetzen eines neuartigen Implantats vorschlug. „Der Nachteil der herkömmlichen Kunststoffimplantate ist, dass man sie nur in den Kapselsack einsetzen kann und so immer noch ein Spalt zur Augenwand bleibt, durch den weiterhin Streulicht einfällt. Außerdem gibt es sie nur in schwarz, so dass sie weiterhin sehr stark auffallen”, erklärt der Augenarzt.

Jutta Peters Implantat wurde extra für sie gefertigt, so dass die Oberfläche der Silikonlamelle identisch ist mit der natürlichen Augenfarbe. Nur aus nächster Nähe sind der künstliche Einsatz und die Nähte sichtbar. Außerdem kann die neue künstliche Iris an der Augenwand und an den Resten der Regenbogenhaut fixiert werden, so dass kein Streulicht mehr in das Auge einfallen kann.

„Die Blendphänomene sind seit der Operation verschwunden und viele Verwandte und Freunde haben schon gesagt, wie toll das Auge jetzt aussieht im Gegensatz zu früher”, so Jutta Peter, „ich bin wirklich sehr froh.”
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