Ein klangvolles „Wiegenfest” à la Weimbs

Von: Christoph Hahn
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Aachen. Die Burtscheider Pfarrkirche St. Michael lud zum Geburtstagsfest - und viele, viele Menschen kamen. Im Mittelpunkt stand freilich nicht das Gotteshaus an sich, sondern dessen Weimbs-Orgel. Zehn Jahre ist es nun her, dass diese in Hellenthal gefertigte „Königin der Instrumente” ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Gefeiert wurde dieses Jubiläum mit einem Konzert von Stephan Debeur, der von 1992 bis 1999 als damaliger Kirchenmusiker von St. Michael diese Orgel als Erster gespielt hat. Debeur, heute an der berühmten Gabler-Orgel in Weingarten (Oberschwaben) tätig, konnte sich über ein reges Interesse des Publikums freuen: Hunderte von Freunden gepflegter Klänge füllten die Bänke, als Debeur mit dem rund eineinviertelstündigen Programm begann.

Unkonventionell, aber glanzvoll

Ganz allein musste Debeur dieses Programm übrigens nicht bestreiten, denn seine Nichte Inka und sein Neffe Robin standen ihm mit Schlagwerk und Blockflöte in der Ausführung bei.

In seiner Auswahl der einzelnen Punkte zeigte sich der Gast, der eigentlich ein Vertrauter ist, unkonventionell: Bachs einleitendes Choralvorspiel zu „Nun komm, der Heiden Heiland” und der in der Mitte platzierte Hymnus „Veni Creator Spiritus” des französischen Barockmeister Nicolas de Grigny sowie die „Salve Regina”-Versetten des Brüsselers Pierre Cornet (1552-1633) wurden von glanzvollen Kompositionen der Spät- und Spätestromantik umrahmt.

Die drei relativ weit an den Anfang gestellten Hymnen von Sigfried Karg-Elert (1877-1933), darunter das adventliche „Resonet in Laudibus”, tauchten der Solist und seine beiden Mitstreiter in ein vielfältig funkelndes Klangfarben-Licht.

Nicht minder gilt das für Toccata, Fuge und Hymnus über „Ave Maris Stella” des Belgiers Flor Peeters (1903-1986): zu Beginn ein fulminantes Virtuosenstück, dann ein ruhiger Mittelsatz und zum Schluss ein triumphales Finale. Die ganze Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten, die die Orgel von St. Michael dank der von Stephan Debeur erarbeiteten Disposition bietet, zeigte sich hier in relativ kurzer Zeit - ein Merkmal, das auf seine Weise auch eindrucksvoll als Schlussakkord des offiziellen Teils positionierte „Te Deum”-Bearbeitung von Jean Langlais (1907-1991) galt.

Hingerissen und stehend applaudierend dankten die Zuhörer Stephan Debeur und seinen musikalischen Partnern für ein Konzert auf durchweg hohem Niveau. Der Künstler dankte es dem Publikum auf seine Weise - mit einigen kurzen Variationen über „Morgen kommt der Weihnachtsmann”.
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