Ein Hauch von Broadway für eine junge Musicalgruppe

Von: Eva Onkels
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Es geht über Tische und Bänke: „Floodlight Musicals“ lädt ein zu einer temperamentvollen Inszenierung von „Rent“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Fast ein Jahr Arbeit liegt hinter der Gruppe „Floodlight Musicals“, und was in der Zeit erarbeitet worden ist, kann sich sehen lassen: Fast wie Profis wirbeln die Darsteller über die Bühne, die Sänger machen mit großen Stimmen auf sich aufmerksam.

2016 wurde die Gruppe gegründet nachdem sich zwei kleinere Gruppen, die sich für Musicals und deren Produktion interessierten, via Facebook kennenlernten. Der Zusammenschluss lag nahe und schnell war mit „Rent“ auch ein passendes Stück gefunden worden. Das Musical basiert auf Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“, welches auf ein Buch mit dem Titel „Les scènes de la vie de bohème“ von Henri Murger zurückgeht.

Ein Wohnblock in New York

Im Stück geht es um eine Gruppe junger Künstler, die in einem Wohnblock in New York, der abgerissen werden soll, leben. Die beiden Hauptfiguren sind der Filmemacher Mark Cohen (Pinkas Hoffmann/Tobias Holle) und der Musiker Roger Davis (Simon Braun/Philipp Leschke), dessen Figur an Puccinis Rodolpho angelegt ist. Beide können die Miete für ihre Wohnung nicht mehr bezahlen, dabei ist der neue Vermieter sogar ein gemeinsamer Mitbewohner: Benny (Vanchinathan Ganesan).

Zu Beginn des Stücks wird Tom Collins (Lukas Kaiser/Jonathan Wendt), ein gemeinsamer Freund, überfallen und damit eine Revolution in Gang gesetzt. Weitere Personen, die sich ebenfalls in „La Bohème“ finden, sind die drogensüchtige Mimi (Paula Oberfeier/Natalie Slowik) und Musetta, die in „Rent“ Teil des völlig zerstrittenen Paares Maureen (Natalie Slowik/Nilufar Toutianoush) und Joanne (Nele van den Mond/Lisa Loskamp) ist. Viel Stoff für Konflikte.

Das Stück spielt eigentlich in den 90er Jahren und behandelt die großen Themen der damaligen Zeit: Aids, Rassismus, Drogensucht und -konsum sowie Wohnungsnot. Einige der Themen sind auch heute noch aktuell, bei anderen haben sich die Organisatoren für eine Anpassung an die heutige Zeit entschieden: „Zum Beispiel auf die Technik, die die Menschen davon abhält, direkt zu kommunizieren“, erklärt Dimitar Mitko Valtchev, Vorsitzender und Regisseur der Gruppe. Gespielt wird das Stück im Original, also in englischer Sprache.

Fast alles in Eigenregie

Insgesamt sind rund 75 junge Menschen an dem Projekt beteiligt, etwa 30 davon sind Sänger. Manche brachten schon Gesangserfahrung mit, andere sind völlig neu dabei. Nicht zu verachten ist dabei die Leistung, die der Rest erbringt: Technik, Musik, Organisation und natürlich das Bühnenbild sind wichtige Aufgaben einer jeden Musical- und Theaterproduktion.

Tatkräftige Unterstützung erhielt „Floodlight Musical“ durch die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, die ihrerseits die Strukturen bereitstellt, um der Gruppe ein unkompliziertes Arbeiten zu ermöglichen. Für die richtigen Räume sorgte die 4. Aachener Gesamtschule, und das Tanzforum Aachen half bei der Entwicklung der Choreographien. Viel Arbeit für eine Gruppe, die sich erst vor einem Jahr gefunden hat und fast alles in Eigenregie stellt.

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