Aachen - Ein Hauch Berliner Luft im Südviertel

Ein Hauch Berliner Luft im Südviertel

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
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Die Südstraße als Tanzmeile: Nicht nur Szene-Publikum fand den Weg zum Musikfestival, die Veranstaltung hat sich zum Rundumevent gemausert. Foto: Andreas Schmitter
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Unter anderem sorgten Elektro-Beats für den richtigen Taktschlag. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Seit dem Aus des Jakobshofs ist der Verein Südstadtkultur die Institution der alternativen Aachener Szenekultur. Und die wird neben dem Tagesgeschäft in den befreundeten Bars und Clubs seit elf Jahren jeden Herbst mit einem großen Open-Air-Wochenende in der Südstraße gefeiert.

Trotz wechselhaftem Wetter war die Partymeile an diesem Samstag zwischen veganen Burgerständen und vielseitigem Programm gut gefüllt.

Szenetaugliche Musik

„Spannende Acts von Schweden bis zur Bronx“, beschreibt Veranstalter Rick Opgenoorth die diesjährige Künstlerauswahl. Neben der starken Vertretung aus dem euregionalen Umkreis habe man sich dieses Jahr noch stärker als zuvor an szenetauglicher Musik orientiert und ein internationales Line-Up zusammengestellt.

Genretechnisch war dabei nicht nur von Indie über Hip Hop bis zu Elektronischem alles vertreten, manche der Acts vereinten sogar locker die verschiedensten Richtungen in einem Auftritt: Die Schlicktown Crew mischte mit Hip Hop, Funk und Soul, ausgestattet mit Bläsern und männlich/weiblichen Vocals die noch eher kleine Zuschauermenge am Nachmittag auf. „Aachen, ihr seid heavy“, attestierten die Wilhelmshavener.

Geballte, offensive Frauen-Power gab es bei Gnucci aus Schweden und Princess Nokia aus der New Yorker Bronx. Beide Künstlerinnen legen selbstbewusste, mitunter provokante Texte über elektronische, von Drum and Bass und dem Rave der 90er Jahre beeinflusste Musik – mit zusätzlichen Einschlägen von Afro Latin House, und Jungle.

Entspannte Electronica lieferten Coffee or Not aus Brüssel gleich zur Eröffnung des Open-Air Programms am Mittag und die Musiker Brid & Snyder aus Aachen und Köln im Abendprogramm. Eine willkommene Verschnaufpause, bevor die Taktattackers aus dem Chiemgau das nach dem zeitweise gefallenen Regen wieder dicht gedrängten Publikum mit elektronisch begleitetem Hip Hop und Reggae zum Tanzen brachte.

Der enorme Kraft- und Zeitaufwand, dem sich die Veranstalter jedes Jahr aufs Neue stellen, sei nur mit großer Liebe zur Sache zu bewältigen, so Opgenoorth, der auch für das neue Kimiko-Festival verantwortlich zeichnet. Die positive Resonanz und die feste Überzeugung, dass das Aachener Szenepublikum ein bisschen Berliner Style – also Veranstaltungen wie diese – gebrauchen kann, seien Motivation genug.

Das Südstraßenfest lockt jedoch nicht nur ein studentisches und szene-affines Publikum an, auch viele Familien tummelten sich in der Südstraße. Insbesondere der angeschlossene Park, erstmals bereits am Samstag mit einbezogen, lud mit entspannter DJ-Musik des Hochschulradios, einem Café-Wagen, Getränke und Essenständen zum Entspannen in schöner Atmosphäre ein. Auch der Kinderflohmarkt mit seinen bunten Ständen am Sonntag ist inzwischen Tradition.

Nach der Show die Party

Nach dem Bühnenprogramm sorgen die Veranstalter dafür, dass auch die Musikfans, die zeitweise dem Regen trotzen mussten, wieder trocken wurden: bei den Aftershow-Partys im Hotel Europa, der Uwe Klein Bar und dem Musikbunker konnte weiter getanzt werden – zu ähnlich hipper, diverser Musikauswahl.

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