Ein „Hartelijk welkom“ für die Niederlande

Von: Laura Beemelmanns
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Freuen sich auf die Zusammenarbeit mit dem 15. Partnerland des CHIO: Uwe Brandt, der die Eröffnungsfeier inszenieren wird, Frau Antje, die ihr Heimatland in traditioneller Tracht präsentierte, Turnierleiter Frank Kempermann, Friese „Rondo G“, Kornelia Brücher und ALRV-Präsident Carl Meulenbergh (v.l.). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Anhand des Wohnwagens vor der Mercedes-Benz Haupttribüne auf dem CHIO-Gelände, der Windmühle, den vielen Tulpen, Stroopwafels und Frau Antje, die Käse und Bitterballen servierte, konnte man es an diesem Montagmittag schon erahnen. Das neue Partnerland für das internationale Pferdesport-Turnier in der Soers lautet: Niederlande.

„Hartelijk welkom“, stand daher auf einer Tafel geschrieben, die gleich neben dem so landestypischen Wohnwagen aufgestellt war. Und auch Maskottchen Karli hatte es sich, dieses Mal jedoch in Form eines wesentlich kleineren Modells aus Stoff, im Wohnwagen bequem gemacht und lugte aus dem Fenster. Für den niederländischen Turnierleiter Frank Kemperman ist das natürlich ein Heimspiel, umso breiter strahlte er auch. Umgeben von niederländischen Symbolen und Leckereien, da fühlte sich der Turnierleiter sichtlich wohl. Daher ließ er es sich auch nicht nehmen, eine kleine Runde mit dem Fahrrad zu drehen und präsentierte zudem stolz seine „oranjefarbene“ Krawatte.

„Wir freuen uns, dass es uns wieder gelungen ist, die Niederlande als Partnerland zu gewinnen“, sagte Carl Meulenbergh, Präsident des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV). Im Jahr 2002 waren sie das nämlich schon einmal und nun werden die Niederlande das 15. Partnerland des CHIO.

Meulenbergh berichtete, dass es viele Anfragen in der Vergangenheit gegeben habe, und das Nachbarland offenbar bei vielen auf der Wunschliste stand. Im vergangenen Jahr war Schweden Partner des CHIO. Die Eröffnungsfeier, der Besuch von Königin Silvia und König Carl XVI. Gustaf werden sicher vielen noch in Erinnerung sein. „Ich bin davon überzeugt, dass es dieses Jahr mindestens genauso gut oder vielleicht sogar getoppt wird“, so Meulenbergh.

Eröffnungsfeier am 18. Juli

Bis zum 18. Juli haben sie Zeit, an dem Programm zu feilen. Denn dann beginnt um 20 Uhr die große Eröffnungsfeier. „Es gibt eine sehr enge Verbundenheit zwischen den beiden Ländern“, sagte Kemperman und ergänzte: „Die Niederlande gewinnen gerne in der Soers.“ Das haben sie im Jahr 2015 schon bei der Reit-EM in Aachen bewiesen, denn damals sicherten sie sich unter anderem Teamgold in der Dressur im Lambertz-Preis, dem Mannschafts-Grand Prix. Die niederländischen Reiter dürften sich noch sehr gut an diesen Moment erinnern. Nun versuche man, diese Verbundenheit und den Wettkampfgeist von damals auch dem Publikum zu vermitteln. „Wir werden uns anstrengen und zeigen, was Holland alles kann“, so Kemperman. Er lehnte sich sogar noch weiter aus dem Fenster und sagte: „Wir garantieren eine einmalige Stimmung.“

Auch das niederländische Königshaus unterstütze das Projekt. Sie werden in jedem Fall Kutschen aus dem königlichen Fuhrpark zur Verfügung stellen. Ob das Königspaar auch selbst beim CHIO 2017 vorbeischaut, stehe bislang noch nicht fest. Man sei aber zuversichtlich. In jedem Fall werden eine Menge Friesenpferde in Aachen sein. Die Friesen sind eine bekannte niederländische Rasse und gehören zu den ältesten Pferderassen Europas. Ihr kräftiger Hals und ihr schwarzes Fell und Mähne gehören zu den markantesten Eigenschaften. Laut Kemperman seien sie zuverlässige Tiere und daher auch sehr gut für die Kutsche geeignet. „Sie werden zu dem spektakulären Schaubild bei der Eröffnungsfeier beitragen“, sagte Kemperman. „Wir werden viel Wind machen“, versprach auch Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters, der als Regisseur die Eröffnungsfeier gemeinsam mit dem ALRV-Team gestalten wird.

Mit bis zu 500 Statisten, vielen Pferden, Kutschen, Fahrrädern und einer Menge „oranje“ sei das eine echte Herausforderung. „Diese Bühne ist im Vergleich zum Grenzlandtheater sehr groß“, sagte er und lachte. Immerhin gehen in dieses Stadion 40.000 Menschen rein. Außerdem wird die Eröffnungsfeier live im Fernsehen übertragen und auch da gebe es Absprachen, die eingehalten werden müssten. All die Abläufe müssten eng mit der Regie abgestimmt werden. „Und das ohne Generalprobe“, sagte Brandt. „Es ist eine große Herausforderung, aber auch ein schönes Abenteuer“, ergänzte er. „Wir müssen im Fluss bleiben und keine Pausen produzieren, das kommt beim Publikum super an.“

Da Deutschland und die Niederlande gerade auch im Sport immer wieder als Rivalen auftreten würden und das insbesondere beim Fußball gerne mit einem Augenzwinkern tun, wolle man auch das beim CHIO berücksichtigen – mit viel Humor versteht sich. „Es wird eine moderne Gestaltung, über die man auch lächeln kann“, sagte Brandt. „Natürlich geht es auch um Klischees“, sagte Kemperman.

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