Ein gewaltiges Stück Stadtgeschichte
Acht Jahre lang recherchierte und schrieb die Kunsthistorikern mit Hilfe ihres Mannes Bruno und ihrer Tochter Kyra an dem Nachschlagewerk „Die Lebenswelt des Aachener Bürgers in der Erholungsgesellschaft Aachen 1837 - Spannende Spurensuche in großen Karrieren”. „Alles ist neben meiner hauptberuflichen Arbeit entstanden”, erzählt sie. Seit kurzem liegt die Enzyklopädie gedruckt und gebunden vor: 5000 Seiten stark, mit knapp 1800 Abbildungen und vielen interessanten Biografien Aachener Bürger - unter anderem von David Hansemann, dem einstigen Oberbürgermeister Wilhelm Farwick (1916 bis 1928) und dem Maler und RWTH-Professor August von Brandis.
Denn darum geht es in erster Linie. 1837 gründeten über 109 Aachener Kaufleute, Juristen, Fabrikanten, Ärzte und viele weitere die Erholungsgesellschaft - damals in Form einer königlichen Stiftung preußischen Rechts. In den 175 Jahren ihres Bestehens zählte die „Erholung” 3500 Mitglieder. Heute gehören rund 150 Mitglieder der Gesellschaft an. Van den Heuvel: „Alle werden in unserer Enzyklopädie mit Text und Bild gewürdigt.” Um an die vielen spannenden Geschichten heranzukommen, schlüpfte van den Heuvel in die Rolle einer Detektivin und begab sich als Wanderin durch die Zeit auf Spuren von Menschen, die ein bewegtes Leben in Aachen geführt haben.
Zusätzlich enthält das Werk ein umfangreiches Register mit Informationen zu den Präsidenten der „Erholung”, zu den Gründern und zu den Berufsgruppen, die in der Gesellschaft vertreten waren und sind. „All das zu dokumentieren, war mir sehr wichtig”, betont van den Heuvel. So entstand letztlich nicht nur eine Innenansicht der Erholungsgesellschaft seit ihrem Bestehen, sondern zugleich ein interessanter wie umfassender Blick auf 175 Jahre Aachener Stadtgeschichte. OB Philipp würdigte den Einsatz: „Wir sind sehr darum bemüht, das historische Bewusstsein für die Geschichte unserer Stadt zu schärfen.” Die Enzyklopädie helfe dabei, schließlich enthalte sie viele spannende Biografien bekannter Aachener Bürger.
100 Exemplare
Seit dem Besuch der Erholungsgesellschaft am Donnerstag beim Oberbürgermeister stehen die sechs Bände nun auch im Stadtarchiv. „Wir haben extra schon ein Regal freigeräumt”, witzelte Philipp und nahm die sechs Wälzer dankend in Empfang. Die Erholungsgesellschaft hat insgesamt 100 Exemplare drucken lassen. Mittlerweile steht die Enzyklopädie nicht nur im heimischen Stadtarchiv und in der Stadtbibliothek, sondern auch an mehreren RWTH-Lehrstühlen sowie in der internationalen Bibliothek in Frankfurt am Main und in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig.









