Ein Gestaltungsauftrag für die kommenden 150 Jahre

Von: Jari Wieschmann
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Skizzierte seine Ideen: Projektplaner Norbert Hermanns. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Messlatte liegt richtig hoch: „Es geht darum, ein Projekt zu realisieren, das den Charakter der Innenstadt in den nächsten 150 Jahren prägen wird“, sagte Projektentwickler Norbert Hermanns und gab damit die Zielrichtung für die zukünftige Entwicklung des Nikolausviertels vor.

„Was wir hier machen, muss denkmalfähig sein: Das ist unser Anspruch“, unterstrich der Vorstandsvorsitzende der Landmarken AG, die das Projekt in den kommenden Jahren entwickeln wird. Norbert Hermanns sagte dies im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Vereins Märkte und Aktionskreis City (MAC) im Sparkassen-Forum.

Obwohl der komplette Umbau des Altstadtquartiers noch einige Jahre dauern wird („Wir gehen jedes Tempo mit“) ist der Fahrplan dorthin bereits gesteckt. In einer ersten Phase hatten sich 50 Stadtplaner um eine Teilnahme beworben. Mitte August wird sich diese Zahl dann auf einen Kreis von acht Bewerbern reduzieren. Bereits Ende November soll dann der Gewinner des Wettbewerbs feststehen, dessen Entwurf die Basis für einen Bebauungsplan bilden wird. Insgesamt umfasst das Planungsgebiet eine Fläche von 28 000 Quadratmetern.

Nicht die höchste Miete zählt

Gleich zu Beginn seines Vortrags skizzierte Hermanns die besondere Herausforderung dieses Mammut-Projekts: „Ein ruhiges Wohngebiet mit ein paar Läden am Büchel zu machen, ist eine sichere Lösung, mit der sich auch viel Geld verdienen lässt. Allerdings hätte dies keinerlei langfristigen Nutzen für die Stadtentwicklung.

Daher ist es nicht entscheidend, wer die höchste Miete zahlt, sondern wer am Ende das beste Konzept hat“. Ziel sei es, ein Gesamtpaket zu stricken mit dem Ziel, das Viertel vitaler zu machen. Ein Baustein soll eine neue, rund 300 Meter lange, Ost-West-Verbindung sein, die eine direkte Anbindung des Bushofs an die Innenstadt ermöglicht. Weitere Herausforderungen seien die Parkraumsituation, das Rotlicht-Viertel in der Antoniusstraße und der Spagat zwischen „Leben und urbanem Wohnen“.

Da im Planungsgebiet keine Parkplätze vorgesehen seien, würden nach Ansicht des Planers drei mögliche Szenarien im Raum stehen: ein neues Parkhaus zwischen Seilgraben und Großkölnstraße oder die Erweiterung der Kapazitäten am Bushof oder im Parkhaus am Seilgraben.

Eine Lösung für die Antonius-straße könnte sein, den Zugang nur noch über die Mefferdatis-straße zu ermöglichen und auf diese Weise eine „hofartige Sackgasse“ zu schaffen. Insgesamt gehen die Planer davon aus, dass für Wohnraum rund 12 000 Quadratmeter zur Verfügung stehen werden, was einer Zahl von 150 Wohnungen entspräche.

Bevor Norbert Hermanns über die Zukunft des Nikolausviertels referierte, hatten Klaas Wolters (1. Vorsitzender) und Manfred Piana (Geschäftsführer) über die Aktivitäten der MAC in den vergangenen zwölf Monaten informiert. Doch zunächst wies Wolters auf ein großes Problem hin: „Uns bricht die Kundenfrequenz weg“. Von daher sei alles unterstützenswert, was zur Belebung der Innenstadt beitrage. „Den Kunden muss deutlich gemacht werden, dass die Stadt mehr zu bieten hat, als Dom, Rathaus und Karl“.

Das Marketingbudget in Höhe von 178.000 Euro ist im vergangenen Jahr in Aktionen, wie den Aachener Frühjahrsputz oder den Aktionstag Ehrenwert geflossen. Zudem gab es die verkaufsoffenen Sonntage, den Altstadt-Flohmarkt, den „Koningsdag“, das September-Special und den Weihnachtsmarkt, der auch nach 40 Jahren noch immer eine Erfolgsgeschichte sei. Das September-Special wird es in diesem Jahr nicht geben. Stattdessen plant die Werbegemeinschaft eine ähnliche Veranstaltung parallel zur Reit-EM im August.

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