Aachen - Ein ganz starkes Kultur-Zeichen

Ein ganz starkes Kultur-Zeichen

Von: Günter H. Jekubzik
Letzte Aktualisierung:
Bescherten dem Publikum einen
Bescherten dem Publikum einen einzigartigen Live-Abend: die Musiker des „Signal X”-Events im Capitol-Theater.

Aachen. Stummfilm mit Live-Musik, aber mal nicht Chaplin oder Metropolis. Die Weltpremiere von „Signal X - Films in Concert” am Samstag im Capitol-Theater fegte die üblicherweise wiederbelebte Vergangenheit mit einer starken Dosis Film und Musik von Heute weg.

Mit einzigartigem Klang-Ton-Erlebnis, prominenten Beteiligten und begeistertem Publikum positionierte sich die Städteregion Aachen erneut als starker Kultur-Player.

„Past Present Future” heißen drei fast komplett stumme Kurzfilme zwischen Experiment, Erzählung und Videoclip. Das niederländische Multitalent Richard Cameron gab mit dem sanft ausklingenden Club-Clip „Past”, der vom Nachtleben der Neunziger inspiriert war, und dem grandios minimalistischen „Future” den Rahmen. Ganz gegenwärtig erzählten der Kölner Christian Becker und der ehemalige Kaiser-Karls-Schüler Oliver Schwabe („Egoshooter”, „Zarte Parasiten”) in „Present” von der kuriosen Auszeit eines jungen Mannes („Messer”-Sänger Hendrik Otremba) in einem Eifeler Bauerhaus.

Angetrieben, das heißt mehr als unterlegt, wurden die drei Filme vom der eigens komponierten Musik Warner Polands mit verschiedensten Stilen von hartem Rock bis zu einem „Flow” im Stile Terje Rypdals. Der Amerikaner Poland spielt seit 1996 mit Nina Hagen, und so kam er auch bei ihrem letztjährigen Aachener Konzert zum Projekt „Signal X”, das Nina Mika-Helfmeier als künstlerische Leiterin des Kulturfestivals der Städteregion initiierte.

Langer Applaus

Moderator Robert Esser, Redakteur der Aachener Zeitung, erfuhr nach dem nur langsam abklingenden Applaus im Podiumsgespräch, dass der hauptsächlich als Filmkomponist (unter anderem eine Melodie für „Austin Powers”) bekannte Richard Cameron sich vom gemalten, überlebensgroßen Porträt eines Kindes inspirieren ließ. In „Future” zoomt denn auch die Kamera kaum merkbar auf eine unbewegte Figur ein, bis der Junge in einer Explosion von Bild und Ton auf seine Zukunft losstürmt.

Ein besonders starker, bei allem technischen Aufwand im Capitol perfekt auf die Bühne gebrachter Schlusspunkt des filmmusikalischen Triptychons „Signal X - Past Present Future”, das als Auftragsarbeit eine seltene Erscheinung im Kulturbetrieb des Westzipfels darstellt. Das Erbe von fürstlichem Mäzenatentum ist heutzutage der Gipfel öffentlicher Kulturförderung. Denn hier wird Kunst noch gemacht, nicht nur gefördert, angeschoben oder am Hungertuch zappeln gelassen.

So stellte denn auch der einmalige und einzigartige Live-Abend „Past Present Future” das Gegenteil der bei Stadt-Festivals so beliebten Coverbands dar. Bei diesem Signal X-Event war alles neu, unbekannt, aufregend und fordernd. Fördernd übrigens auch, denn nicht nur wurde in der Region gedreht, auch lokale Musiker (Sonja Mischor, Uwe Böttcher) komplettierten die Band von Warner Poland. Und in einem weiteren „Signal X”-Teil fanden bereits Anfangs des Monats Workshops in einem Energeticon-Konzert ihren Abschluss.

Ein besonders starkes Kultur-Signal, das nachhaltig kreative Kräfte wecken kann und Fortsetzung finden sollte, da waren sich alle Beteiligten einig.
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