Aachen - Ein Ex-OB soll Personaldezernent werden

Ein Ex-OB soll Personaldezernent werden

Von: Albrecht Peltzer
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Dr.Lothar Barth soll morgen zu
Dr.Lothar Barth soll Mittwochabend zum neuen Personaldezernenten gewählt werden. Foto: Hans-Peter Kuhnhäuser

Aachen. Dr. Lothar Barth soll neuer Personaldezernent der Stadt Aachen werden. CDU, SPD und Grüne wollen ihn am Mittwoch im Stadtrat (17 Uhr, Rathaus) wählen. Barth wird damit Nachfolger von Heinz Lindgens, der im Januar kommenden Jahres in den Ruhestand geht.

Wie berichtet, haben sich FDP und Linke in einem gemeinsamen Antrag dafür ausgesprochen, die Dezernentenwahl zu verschieben. Das laufende Verfahren sei eine Farce, argumentieren sie.

Lothar Barth hatte sich am Montagabend bei den Fraktionen vorgestellt. Ebenfalls in der Endrunde war ein 49-jähriger Volljurist, der noch bei einem großen Kommunikationsdienstleister beschäftigt ist. Beide Kandidaten, so CDU, SPD und Grüne am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung, hätten am Montag die gleichen Chancen gehabt, sich zu präsentieren. Am Ende sei das Ergebnis eindeutig gewesen. Barth soll neuer Dezernent werden.

Überraschend unterlegen

Der 40-jährige Barth war unter anderem von 1998 bis 2001 in der Leitung der Stabsabteilung des Oberbürgermeisters von Esslingen tätig, dann Haupt- und Personalamtsleiter der Stadt Remseck und zuletzt acht Jahre Oberbürgermeister von Bad Mergentheim. Bei der letzten OB-Wahl im Frühjahr dieses Jahres ist er im zweiten Wahlgang überraschend seinem erst kurz zuvor bekanntgegebenen Gegenkandidaten unterlegen. Die Tauber-Zeitung kommentierte am 28. März: „Dass ein Kandidat mit einer Blitzbewerbung und einem Husarenritt durch den Wahlkampf einen acht Jahre amtierenden Oberbürgermeister aus dem Rathaus wirft, zeigt, dass der Amtsinhaber gescheitert ist.”

Mit der Kandidatensuche hatte die Stadt ein externes Beratungsbüro beauftragt. Dort wurden die eingehenden Bewerbungen gesichtet und vorbewertet. Lediglich zwei Kandidaten wurde eine uneingeschränkte Tauglichkeit für den Posten des Personaldezernenten attestiert. Bereits im Vorfeld der jetzigen Entscheidung hätten sich CDU, SPD und Grüne „intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt”, so die Fraktionen am Dienstag.

Kurz nach Ablauf der Bewerbungsfrist habe man beim Oberbürgermeister die Bewerbungsunterlagen angefordert und durchgearbeitet. „In gemeinsamen Gesprächen der Fraktionsspitzen, an denen auch der Oberbürgermeister sowie das von ihm beauftragte externe Personalbüro beteiligt waren, wurde sich über die Bewerber ausgetauscht, von denen dann mehrere zu Vorgesprächen eingeladen wurden.” Aus diesen Gesprächen seien die im Vorfeld bereits von dem Personalbüro als geeignet eingestuften Bewerber als Favoriten hervorgegangen und anschließend in die Fraktionssitzungen eingeladen worden.

FDP und Linke kritisierten das Vorgehen scharf. „Das vom Oberbürgermeister offenbar ohne Rücksprache mit den Fraktionen gewählte Verfahren kündigt den bislang bestehenden Konsens auf, in wichtigen Personalfragen einvernehmliche Entscheidungen anzustreben”, so Wilhelm Helg (FDP) und Andreas Müller (Linke). Mit der in der Vergangenheit üblichen Findungskommission für Dezernenten sei diesem Ziel entsprochen worden. Damit hätte auch der Eindruck vermieden werden können, „dass Ratsmehrheiten wichtige Personalentscheidungen auskungeln”. Diese positive Außenwirkung sei nun in ihr Gegenteil verkehrt.
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