Ein-Euro-Jobs: „Wir haben ein völlig reines Gewissen”

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Wohin führt der Weg in Sachen Ein-Euro-Jobber? Die Stadt weist Vorwürfe, sie nutze die Arbeitsgelegenheiten vor allem, um Geld zu sparen, entschieden zurück. Foto: imago/Götz Schleser

Aachen. In Schulbüchereien und -Mensen sind sie im Einsatz und in städtischen Grünanlagen, auch bei der Neuorganisation des Zeitungsmuseums sind sie beispielsweise tätig. Inzwischen aber gibt mancher Politiker keinen Pfifferling mehr aufs vieldiskutierte „Konzept Ein-Euro-Job” - von den obersten Kassenhütern der Republik zu schweigen.

Jetzt hat der Bundesrechnungshof (BRH) den Kommunen nämlich attestiert: Die Beschäftigung von Hartz-IV-Empfängern konterkariere sogar die Bemühungen einer effektiven Vermittlung in gesicherte Jobs.

Wertschätzung vermitteln

Was der städtische Beigeordnete Heinz Lindgens mit Nachdruck zurückweist. Der legt Wert auf die Feststellung, dass er nicht nur als Personal-, sondern eben auch als Sozialdezernent mit verantwortlich zeichnet für die Beschäftigung von derzeit 45 Ein-Euro-Jobbern in kommunalen Diensten. „Wir betrachten dies in allererster Linie als Beitrag, um Menschen, die auf dem normalen Arbeitsmarkt kaum unterzubringen sind, eine sinnvolle Tätigkeit zu ermöglichen, ihnen Wertschätzung zu vermitteln”, betont Lindgens. „Wir haben da ein völlig reines Gewissen.”

Indes gießt der BRH reichlich Wasser auf die Mühlen von Repräsentanten der kleineren Betriebe - während Vertreter von Beschäftigungsinitiativen wie Wabe-Chef Alois Poquett politische Brunnenvergiftung wittern. „Die Debatte ist überfällig”, wettert Kreishandwerksmeister Hans Winnen. Die Konjunktur brumme, da gebe es genügend gute Möglichkeiten, die Betroffenen zu qualifizieren und zu vermitteln. Poquett wertet den Vorstoß indes durchaus als Vorboten eines „heißen Winters. „Es ärgert mich maßlos, dass mit der Diskreditierung der Ein-Euro-Jobs zwei Millionen Langzeitarbeitslose praktisch abgeschrieben werden.”

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